Flüchtlinge warten auf den nächsten Schritt: Sie können Deutsch und suchen Jobs

Flüchtlinge warten auf den nächsten Schritt : Sie können Deutsch und suchen Jobs

Im Rahmen eines Informationsnachmittages in der Waldorfer Vinxtbachhalle haben Ortsbürgermeister Hans Dieter Felten und die Gruppe der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer zum einen über ihre Arbeit informiert und zum anderen Projekte für die Zukunft vorgestellt.

Der Einladung sind viele Waldorfer gefolgt, die anschließend noch einen gemütlichen Nachmittag im Kreis der frisch erweiterten Dorfgemeinschaft verlebten.

Es war ein herber Verlust: Frisch zurückgekehrt vom Fußballspiel gegen Namedy in der Kreisliga, mussten Karl-Heinz Brenner – Vorsitzender des VfR Waldorf und Vormund des einzigen minderjährigen Flüchtlings im Dorf – und die sportbegeisterten Asylbewerber die 1:3-Niederlage erst einmal verkraften. Wer den Informationsnachmittag besuchte, den erwartete nicht nur eine reichlich gedeckte Kuchentafel, sondern ein spürbar harmonisches Zusammensein zwischen Alteingesessenen und den Neubürgern. Einzig die Hautfarbe und die Sprachkenntnisse schufen Unterscheidbarkeit.

Ortsbürgermeister Felten brachte es kurz und bündig auf den Punkt: „Bei uns läuft die Integration“, was sich auch am niedrigen Wahlergebnis für die AfD zeige. Nicht nur sportlich bringen sich die seit Anfang 2015 ansässigen Asylbewerber in die Dorfgemeinschaft ein.

Gerburg Lübertsmeier vom Naturschutzverein freute sich über die rege Beteiligung beim „Dreck-weg-Tag“ und der gebürtige Waldorfer Alex Nachtsheim machte Werbung für ein Integrationsprojekt des THW Sinzig. Elke Mercer, Hauptansprechpartnerin in Sachen Flüchtlingshilfe, konnte positive Bilanz ziehen.

Von den 15 Flüchtlingen in Waldorf haben bereits fünf Asyl gewährt bekommen und können nun auf die Suche nach einer Wohnung und einen Arbeitsplatz gehen. Die anderen besuchen Regelschulen, Deutschkurse oder sind Teil von Projekten in Ahrweiler und Bad Breisig.

Nur einer ist schon seit zwei Jahren ohne erkennbare Veränderung in Waldorf. „Die ganze Asylgeschichte unterliegt keiner Logik, es ist ein Glücksspiel“, fasste Mercer die oft schwierige Vermittlung zwischen Ämtern und Flüchtlingen zusammen. Die dringendsten Probleme sind momentan die Organisation von Jobtickets und die Wohnraumsuche.

Britta Reimer von der Verbandsgemeinde signalisierte ihre Unterstützung in diesen Fragen. Felten möchte zudem einen „Förderverein Flüchtlingshilfe“ ins Leben rufen. Sofort fanden sich unter den Besuchern einige Freiwillige, die beim Aufbau dieser Institution mithelfen wollen.

Auch erste Betriebe im Dorf haben Felten gegenüber ihr Interesse bekundet, den unterschiedlich ausgebildeten Asylbewerbern Arbeits- oder Praktikumsplätze anzubieten. Seit acht Monaten besuchen die Männer aus Äthiopien, Eritrea und Syrien regelmäßig einen Deutschkursus und Mercer rief dazu auf, dass sich Sprach-Patenschaften finden, damit die neue Sprache auch im Alltag erprobt werden kann.

Sozusagen unverzüglich wurde sich genau daran geübt: Gemütlich bei Kaffee und Kuchen wurde weiterhin über das miserable Ergebnis gegen Namedy diskutiert oder an der ein oder anderen Zukunft eines der Neubürger gearbeitet.