Der Wolf ist zurück in NRW: Wolf reißt in Rösrath zwei Ziegen

Der Wolf ist zurück in NRW : Wolf reißt in Rösrath zwei Ziegen

Aufregung in NRW: In Rösrath streift ein Wolf durch sein Revier. Das Tier hat zwei Ziegen getötet und konnte inzwischen eindeutig identifiziert werden.

Die genetischen Untersuchen lassen keinen Zweifel: Durch NRW streift ein Wolf. In Rösrath hat das Tier nun zwei Ziegen gerissen. Durch die Untersuchungen an den beiden Tieren konnte der bereits am 19. April erfolgte Angriff durch das Raubtier jetzt nachgewiesen werden, wie das Landesumweltamt mitteilte. Es war der zehnte Nachweis eines einzelnen Wolfs in Nordrhein-Westfalen seit dem Jahr 2009.

Anhand der Tests gelang es Experten, das Tier genauer zu identifizieren: Bei dem Wolf von Rösrath soll es sich um ein 2015 bei Cuxhaven geborenes Jungtier handeln. Das Tier wurde in Nordrhein-Westfalen bereits Ende März im Kreis Lippe und Anfang April im Kreis Warendorf gesichtet, bevor es nun in Rösrath aufgetaucht war.

Zudem wurde das Tier am 24. April im rheinland-pfälzischen Dierdorf gesichtet. In einem Wildgehege waren dort acht Damwild-Tiere tot aufgefunden worden. In der Nacht zum 26. April wurde dort ein weiteres Tier tot aufgefunden. Die Tiere waren durch gezielte Kehlbisse getötet worden, was auf einen Wolf hindeutete. Zur näheren Klärung wurden Spuren gesichert. Eine Überprüfung von DNA-Spuren an den gerissenen Tieren ergab schließlich, dass die DNA von einem Wolf stammt.

Konzept für Rückkehr des Wolfes

Mit der Rückkehr des Wolfes beschäftigt sich das Land bereits seit 2010. In einem beim Landesumweltamt eingerichteten Arbeitskreis erarbeiten Wissenschaftler, Naturschützer, Jäger, Schäfer, Forstleute und Behörden dafür ein Konzept. Das Land hat auf Anregung des Arbeitskreises ein Verfahren für die Entschädigung von gerissenen Nutztieren entwickelt und Wolfsberater ausgebildet.

Die Rückkehr des Wolfes stelle für eine dicht besiedelte Region wie Nordrhein-Westfalen eine Herausforderung dar, hieß es. Die Menschen müssten wieder lernen, mit dem Wolf zu leben. Zugleich steht das Tier unter Schutz: „In Deutschland genießt der Wolf den höchstmöglichen Schutzstatus nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Die Jagd auf Wölfe ist daher verboten“, sagte Matthias Kaiser, Leiter des Arbeitskreises „Wolf in NRW“.

Angriffe auf Menschen durch die Raubtiere sind den Angaben zufolge nicht zu erwarten. „Wölfe sind extrem scheu. Es ist überaus selten, dass Spaziergängerinnen und Spaziergänger einen Wolf aus der Nähe zu Gesicht bekommen“, erklärte der im Forstamt Ostwestfalen-Lippe für das Thema Wolfzuständige Revierförster Dieter Wortmeier. Auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen galt der Wolfseit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgerottet.

Jäger aus Bad Honnef erschoss Wolf im Westerwald

Bereits Anfang 2012 war ein Wolf im Westerwald aufgetaucht - vermutlich der erste seit mehr als 100 Jahren in dem Gebiet. Ein Jäger aus Bad Honnef erschoss das Tier jedoch. Er hatte den Wolf für einen Hund gehalten.

(Mit Material von epd)

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