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Kommentar zu Bürgerhilfen in der Grafschaft: Aufmerksame Nachbarn

Kommentar zu Bürgerhilfen in der Grafschaft : Aufmerksame Nachbarn

Die Polizei lobt das Engagement der Bürger in den Grafschafter Ortslagen.

Aufgeschreckt von der hohen Zahl der Tageswohnungseinbrüche und verunsichert durch die geringe Aufklärungsquote haben Bürger längst zur Selbsthilfe gegriffen. In der Grafschaft patrouillieren Bürger durch die Straßen, um Spitzbuben abzuschrecken. Weil die Polizei gerade im ländlichen Raum diese Form der Prävention nicht mehr erbringen kann.

Zwar ist man landauf und landab voll des Lobes ob der Arbeit der Bürgerstreifen. Jedoch muss aufgepasst werden, dass die selbsternannten Fahnder nicht über das Ziel hinaus schießen und nicht gleich jeder unter Generalverdacht fällt, der als ortsfremder Spaziergänger durch die Straßen der Dörfer schlendert und dabei seinen Blick über die gepflegten Vorgärten schweifen lässt.

Wie schnell wird jeder Fremde mit Argwohn beäugt? Wie schnell wird jedes fremde Fahrzeug notiert und gemeldet? Inzwischen scheint man in der Grafschaft bereits bei jedem fahrenden Schrotthändler einen potenziellen Einbrecher zu vermuten. Eindringlich wird vor ihnen gewarnt, da sie die Grundstücke „ausspionieren“ und nach Diebesgut Ausschau halten könnten.

Nichts gegen aufmerksame Nachbarn. Aber man sollte sich auch als von auswärts kommender Dorfbesucher dort noch wohlfühlen können und nicht das Gefühl bekommen, einer dauerhaften Blockwart-Beobachtung ausgesetzt zu sein.