Kommentar zu Bilanz der Deutschen Post: Hochgesteckte Ziele

Kommentar zu Bilanz der Deutschen Post : Hochgesteckte Ziele

Das Gewinnziel, das die Post für 2020 ausgegeben hat, ist ambitioniert. Damit setzt sich der Bonner Konzern selbst unter Druck. Ein Kommentar.

Wachstum ist nicht alles. Das hat die Deutsche Post im vergangenen Jahr schmerzhaft erfahren müssen. In der Brief- und Paketsparte hatten die verantwortlichen Manager über viele Jahre hinweg wegen des steigenden Onlinehandels vor allem auf Mengenwachstum gesetzt. Darüber gerieten die Kosten aus den Augen. Jetzt ist mühsam gegengesteuert worden.

Auch Gewinnziele sollten nicht alles sein. Das Gewinnziel, das sich die Post schon vor einiger Zeit für 2020 gegeben hat, ist ambitioniert: Fünf Milliarden Euro sollen es 2020 sein. Gut zwei Milliarden waren es vergangenes Jahr. Die Finanzmärkte lieben solche Ziele. Deshalb sind sie für den Dax-Konzern natürlich wichtig.

Doch die Gefahr besteht, dass im laufenden Jahr zu viel dem Erreichen dieses Gewinnzieles untergeordnet wird. Kosten müssen weiter gesenkt werden, weiterer Umsatz muss her. Manches mag sinnvoll sein: Zum Beispiel bei den Geschäftskunden wie Amazon auf auskömmliche Preise zu bestehen.

Doch gerade, nachdem es auf dem Pfad zu höheren Gewinnen einen Rückschlag gegeben hat, besteht natürlich die Gefahr der Überreaktion, um die Kapitalmärkte nicht zu verärgern. Zu strikt Sparkurse helfen auch nicht. Damit das nicht nötig wird, geht die Bundesregierung dem Unternehmen, an dem sie indirekt noch gut 20 Prozent hält wenigstens hilfreich zur Hand: Durch eine Verordnungsänderung darf das Porto und damit die Einnahmen stärker erhöht werden als zunächst genehmigt.

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