Paketzusteller: Deutsche Post testet Autoschalter für die Zustellung

Paketzusteller : Deutsche Post testet Autoschalter für die Zustellung

Die Paketbranche boomt, und doch steht die unter Druck - unter anderem wegen der hohen Kosten bei der Zustellung. Einige Dienstleister erwägen deshalb einen Zuschlag für die Zustellung an der Haustür.

Rund 4,6 Millionen Pakete liefern die Zusteller der Deutschen Post DHL täglich aus, Tendenz steigend. Der Bonner Konzern teilte auf Anfrage mit, dass er kontinuierlich an Lösungen arbeite, „die auf der letzten Meile eine zuverlässige, schnelle, umweltfreundliche und flexible Zustellung für unsere Empfängerkunden sicherstellen“. 5000 Stellen will die Post in diesem Jahr im Post- und Paketbereich schaffen.

Zu besonderen Zuschlägen für die Haustürzustellung gebe es keine Pläne, so Sprecherin Sarah Preuß auf Anfrage. Solch einen Aufpreis erwägen Dienstleister wie Hermes und DPD, die grundsätzlich überlegen, die Haustürlieferung als "Premiumprodukt" einzustufen und damit zu verteuern. Damit wäre für die Kunden ein Anreiz geschaffen, einen Paketshop aufzusuchen. Damit würde die sogenannte letzte Meile entlastet, also der letzte Abschnitt der Zustellung, der für die Dienstleister teuer und personalintensiv ist - und doch immer wieder für Kundenbeschwerden sorgt.

Auf Alternativen zur Zustellung an der Haustür setzt aber auch die Deutsche Post DHL. Dazu zählen etwa Packstationen. Bundesweit gibt es nach Angaben der Post rund 3500 dieser Automaten, weitere 1000 sind geplant, ebenso wie 500 neue Paketshops und Partner-Filialen. „In einem Pilotversuch in Bad Kreuznach testet die Deutsche Post derzeit zudem einen Autoschalter, der Kunden ermöglicht, Pakete und Päckchen direkt und bequem im Auto entgegenzunehmen und vom Auto aus einzuliefern“, so die Sprecherin weiter. Außerdem hat die Post die Zustellung in Kofferräume von Autos getestet: „Das Thema wird unserer Meinung nach aber erst dann richtig relevant, wenn die Funktion bei allen Autos verfügbar ist, die neu auf den Markt kommen.“ Die Post sei offen für Kooperationen.