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Kommentar zu Kaufhof: Düstere Aussichten

Kommentar zu Kaufhof : Düstere Aussichten

Die Geschäfte beim Kölner Traditionsunternehmen Kaufhof laufen längst nicht so gut wie erhofft. Das Unternehmen verschärft den Sparkurs - mit spürbaren Einschnitten für die Mitarbeiter. Das war vorauszusehen.

Es reicht aus, den Vorstandschef zu zitieren, um die Lage zu verstehen: „Prekär“ nennt Wolfgang Link die finanzielle Situation des traditionsreichen Unternehmens Kaufhof. Als Reaktion will Link Löhne und Gehälter der Mitarbeiter kürzen. Eine drastische Maßnahme, die den Ernst der Situation verdeutlicht. Der Kölner Warenhauskonzern wird 2017 das zweite Jahr in Folge rote Zahlen schreiben – nicht zum ersten Mal drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein ganzes Geschäftsmodell, das über viele Jahre erfolgreich war, langsam aber immer augenfälliger seinem Ende entgegen geht.

Innenstädte schwächer besucht

Diese Entwicklung hat schon vor einigen Jahren eingesetzt. Die Warenhauskonzerne – Karstadt hat ja gleichliegende Probleme wie Kaufhof – leiden wie der stationäre Einzelhandel insgesamt unter den immer schwächer werdenden Besucherzahlen in den Innenstädten. Unter großem Druck entwickelte Rabattaktionen brachten zwar kurzfristig mehr Kunden – aber eben auch kaum noch Erlöse.

Disruptiver Trend

Auch wenn im aktuellen Fall die kanadische Konzernmutter HBC ihren Anteil an der Misere haben dürfte, weil sie Kaufhof offensichtlich kaum realisierbare Mietzahlungen aufbürdete: Allzu sehr wundern dürfen sich Verbraucher über den disruptiven Trend im deutschen Einzelhandel nicht. Nur eine Zahl: Nahezu 90 Prozent der deutschen Onlineshopper kaufen inzwischen beim steueroptimierten Amazon ein. Obwohl Kaufhof online durchaus gut aufgestellt ist. Man muss es auch so sehen: Dieses Einkaufsverhalten kostet viele Mitarbeiter jetzt das Weihnachtsgeld.