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Rote Zahlen: Bonner Immobilienkonzern IVG im Minus

Rote Zahlen : Bonner Immobilienkonzern IVG im Minus

Der angeschlagene Bonner Immobilienkonzern IVG steckt nach den ersten drei Monaten des laufenden Jahres weiter in den roten Zahlen und weist unterm Strich knapp fünf Millionen Euro Verlust aus. Allerdings zeichnet sich Besserung ab.

Trotz eines auf nur noch 102 Millionen Euro im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal mehr als halbierten Umsatzes hat sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 50 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Wie der Konzern mitteilte, konnten für das Mammutprojekt "The Squaire" am Frankfurter Flughafen zehn neue Mieter für zusammen 6500 Quadratmeter gewonnen werden. Damit sinkt der Leerstand auf rund 15 Prozent. Unter anderem der Logistikkonzern Panalpina, der Büromöbelhersteller Bene, das Verkehrsgastronomie-Unternehmen SSP Deutschland sowie eine Kindertagesstätte mieteten sich ein. Ende vergangenen Jahres hatten zwei Hilton-Hotels eröffnet, die Lufthansa bezieht Mitte Mai rund 19.000 Quadratmeter Bürofläche.

"The Squaire" ist ein 660 Meter langes und neun Etagen (45 Meter) hohes Bürogebäude in Frankfurt. Es wurde zwischen 2006 und 2011 über dem Fernbahnhof am Flughafen gebaut und schafft dort zusätzliche Fläche für Büros, Hotels und Einzelhandel. Mit einer Mietfläche von 140.000 Quadratmetern gilt "The Squaire" als größtes Bürogebäude Deutschlands. Es gehört neben dem Opernturm und dem Messeturm zu den einzigen in Frankfurt, die eine eigene Postleitzahl (60600) haben.

Hauptmieter sind die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die Hotelkette Hilton und Lufthansa. Für die Bonner IVG als Hauptinvestor wandelte sich das Vorzeigeprojekt zum Alptraum. Die Baukosten explodierten von ursprünglich geplanten 660 Millionen auf 1,25 Milliarden Euro, vor allem, weil sich aus China importierte Stahlstreben, auf denen das Gebäude steht, als mangelhaft erwiesen. 3500 Tonnen Stahl mussten repariert oder ersetzt werden.

"Kein Ruhmesblatt", sagte dazu IVG-Chef Wolfgang Schäfers. IVG will "The Squaire" nächstes Jahr verkaufen. Das Bürogebäude steht mit 800 Millionen Euro in den Büchern. "Die aktuellen Mietvertragsabschlüsse zeigen, dass wir gerade mit der Vermarktung der kleinen und mittleren Einheiten planmäßig vorankommen", erklärte Schäfers.

Der Vorstandschef bekräftigte zugleich die Prognose, dass IVG in diesem Jahr zwar noch einen kleinen Verlust, im nächsten Jahr aber deutliche Gewinne erwirtschaften werde. Allerdings, so Finanzvorstand Volkert Volckens, würden sich die positiven Tendenzen wohl erst im vierten Quartal des laufenden Jahres in den Zahlen niederschlagen.

Neben dem An- und Verkauf und der Vermietung von Büroimmobilien betreibt IVG als zweites Standbein in Norddeutschland unterirdische Kavernen zur Lagerung von Öl und Gas. Außerdem bezeichnet sich IVG als Marktführer bei Immobilienspezialfonds für institutionelle Anleger.

Im IVG-eigenen Immobilienbestand wurden im ersten Quartal 2012 europaweit etwa 97.500 Quadratmeter neu vermietet oder Mietverträge entsprechend verlängert. Für seine institutionellen Investoren kaufte und verkaufte IVG Immobilien im Wert von 540 Millionen Euro.