Sechs Produkte, drei Deals: Millionendeal für Brausewürfel in der Höhle der Löwen

Sechs Produkte, drei Deals : Millionendeal für Brausewürfel in der Höhle der Löwen

In Folge neun der "Höhle der Löwen" werden drei Geschäftsideen mit einem Deal belohnt: Instant-Brausewürfel, smarte Werbedisplays für Lkw – und ein Fugenreiniger.

In der fünften Staffel "Die Höhle der Löwen" kämpfen die Investoren Judith Williams, Carsten Maschmeyer, Frank Thelen, Ralf Dümmel, Dagmar Wöhrl und Georg Kofler um die Gründer mit den besten Geschäftsideen.

In der neunten Folge werden den potenziellen Kapitalgebern eine Instant-Brause mit Wohlfühleffekt, ein sicherer Kauknochen für Hunde, smarte Werbeanzeigen auf Lkw, ein Fitness-Stuhl fürs Büro, ein Vollautomat für Babyfläschchen sowie ein Fugenreiniger präsentiert.

"Waterdrop" – Instant-Brause mit Wohlfühleffekt

"Waterdrop": Das sind kleine zuckerfreie Brausewürfel, die einfaches Wasser mit natürlichen Aromen, echten Frucht- und Pflanzenextrakten und Vitaminen anreichern. Fünf verschiedene Geschmacksrichtungen gibt es. Die drei Gründer Christoph Hermann, Martin Donald Murray und Henry Wieser sind mit ihren Mikrodrinks bereits auf dem österreichischen Markt und bieten den Löwen zehn Prozent ihrer Firmenanteile für eine Million Euro – um "waterdrop" auch in Deutschland groß zu machen.

Die Geschmacksprobe überzeugt die Löwen. Und mit Wöhrl und Dümmel finden sich zwei Unternehmer, die gemeinsam eine Million Euro investieren würden – allerdings für satte 20 Prozent der Firmenanteile. „Ihr sucht Champions League“, begründet Dümmel das saftige Angebot. Zu viel für die drei Gründer. Ihr mutiges Gegenangebot: 12,5 Prozent Anteile und eine auf zwei Jahre gestaffelte Umsatzbeteiligung – fünf Prozent im ersten Jahr, drei Prozent im zweiten.

Wöhrl und Dümmel lassen sich unter einer weiteren Bedingung auf den Deal ein: Im dritten Jahr wollen sie mit 1,5 Prozent weiterhin am Umsatz beteiligt werden. Die Gründer sichlagen ein und verlassen die Höhle der Löwen mit einem Deal.

"Boneguard" – Leckerlies 2.0

Hundehalterin Sonja Labitzke aus Mechernich will mit ihrem "Boneguard" expandieren. In der Halterung aus Naturkautschuk werden Kauknochen für Hunde fixiert. So soll der "Boneguard" unter anderem verhindern, dass sich die Vierbeiner verschlucken. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt: Die Wohnung soll sauberer bleiben.

Labitzke möchte 100.000 Euro und bietet dafür 15 Prozent ihrer Firmenanteile. Einen Investor hat sie dabei besonders im Auge: Dümmel. Der Löwe ist vom Werdegang der Gründerin schwer angetan – doch investieren will er nicht. Dümmel sieht Labitzke bereits viel zu gut aufgestellt: „Sie brauchen mich nicht.“ Auch Maschmeyer ist vom unternehmerischen Geist der 43-Jährigen so sehr beeindruckt, dass er ihr rät, ohne Venture-Capitalist weiterzumachen: „Sie sind eine Traumunternehmerin. Gehen Sie ihren Selfmade-Weg weiter.“

So verlässt Labitzke die Höhle der Löwen zwar ohne Geld, dafür aber mit dem geballten Respekt aller Löwen, positivem Feedback und einem gehörigen Schub Motivation.

"RoadAds interactive" – mobile und smarte Werbeanzeigen

Der 26-jährige Andreas Wiedmann hat gemeinsam mit seinem Vater das Start-Up "RoadAds interactive” gegründet, das Lkw mit neuartigen 64 Zoll ePaper-Displays ausrüstet, auf denen Werbeanzeigen geschaltet werden können.

Via GPS, LTE und einer eigens entwickelten Plattform können Werbekunden je nach Standort-, Wetter- und Verkehrsbedingungen mobile Anzeigen im laufenden Straßenverkehr schalten. Um das Geschäftsmodell tragfähig zu machen, fordert der 26-Jährige 500.000 Euro Anschubfinanzierung und bietet den Löwen zehn Prozent der Firmenanteile an.

Mit Kofler findet sich ein potenzieller Investor: „Ich setze meine Chips auf Sie.“ Kofler pokert aber hoch und will für die 500.000 Euro 25 Prozent der Firmenanteile. Zu viel für Wiedmann, der sich auf 15 Prozent einlassen würde. Dann springt Maschmeyer Kofler zur Seite. Gemeinsam bieten die beiden Investoren 750.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Es kommt zum Deal.

"Fit Seat" – die Büro-Revulotion?

„Bewegungsmangel ist der Grund für Gewichtszunahme, Rückenprobleme, Schlappheit und Stress“, sagt der ehemalige Leistungssportler Jan Gumprecht und will die Löwen von seinem "Fit Seat" überzeugen. Mit der Mischung aus einem Fahrrad-Ergometer und einem Bürostuhl kann man sich aktiv am Arbeitsplatz bewegen ohne den Schreibtisch zu verlassen.

Doch die Investoren sind vom Businessplan nicht wirklich überzeugt. Die Serienreife ist für die Löwen noch nicht zum Greifen nah. Und so ziehen die Gründer ohne die gewünschten 150.000 Euro Kapital für zehn Prozent der Firmenanteile wieder aus der Höhle der Löwen ab.

"Milquino" – Babyfläschchen auf Knopfdruck

Der smarte Babymilch-Vollautomat soll alle wichtigen Schritte erledigen, die man für das Babyfläschchen braucht: "Milquino" sterilisiert das Wasser, bringt es auf die richtige Temperatur und dosiert exakt die richtige Menge an Milchpulver und Wasser. Ausgedacht hat sich die Idee das Ehepaar Corina und Jochen Riedinger, als ihr kleiner Sohn geboren wurde. Das Gerät kann man via App auch aus dem Bett starten.

Um Produktion und Vertrieb anzukurbeln, benötigt das Ehepaar 250.000 Euro und bietet den Löwen dafür 25 Prozent der Firmenanteile an. Bislang hat das Paar komplett in Eigenregie gearbeitet und bereits über eine halbe Million Euro investiert. Doch den Löwen fehlt die Überzeugung, in das Produkt zu investieren. Das junge Paar verlässt die Höhle der Löwen ohne Deal.

"Fugentorpedo" – Fugen reinigen leicht gemacht

Der "Fugentorpedo" ist eine Kombination aus Diamantschliff und einer Bürstentechnik. Damit wollen die Gründer Bernd Müller, Matthias Herrnbröck und Frank Eckert Schmutz wie Kalkablagerungen, Fett, Schimmel oder Shampoorückständen an den Kragen gehen.

Für eine Finanzspritze von 100.000 Euro bieten sie den Löwen 15 Prozent ihrer Firmenanteile an, stoßen aber auf skeptische Investoren. „Mich interessieren Fugen nicht“, schmettert Thelen gar den Pitch der drei Unternehmer ab. Doch zwei Investoren wollen einsteigen. Dümmel bietet die geforderten 100.000, allerdings für 20 Prozent der Anteile. Wöhrl bietet dieselbe Summe – für die angebotenen 15 Prozent. Die Gründer entscheiden sich dennoch für Dümmels Angebot und verlassen die Höhle der Löwen mit einem Deal.

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