Twerking, Schlafzelt, E-Roller & Co.: Höhle der Löwen: Frau verkauft für Idee ihr Haus

Twerking, Schlafzelt, E-Roller & Co. : Höhle der Löwen: Frau verkauft für Idee ihr Haus

Eine Unternehmerin hat extra ihr Haus verkauft, um ihre Idee auf den Markt zu bringen: Schlafen in einem Luxuszelt. Welche Erfindungen in der "Höhle der Löwen" noch gepitcht wurden? Ein Überblick.

In der vierten Episode lernen die Investoren Judith Williams, Carsten Maschmeyer, Frank Thelen, Ralf Dümmel, Dagmar Wöhrl und Georg Kofler etwas über das sogenannte "Twerking", testen flauschige Waschtücher für Babys und gehen mit einem elektronischen Rollator.

Twerxout

Die 27-jährige Kristina Markstetter, eine ausgebildete Tänzerin, Tanzpädagogin und Choreografin, und Fitnesstrainerin Rimma Banina - 33 Jahre alt - bereiteten der Sendung einen sportlichen Start. "TwerXout" ist ein Fitnessprogramm, das "Twerking" und Fitness mit verschiedenen Tanzstilen kombiniert. Beim "Twerking" lassen Tänzerinnen ihre Hüfte kreisen und heben ihren Po auf und ab. Allerdings hören das die beiden nicht gerne und sehen darin mehr Möglichkeiten: "Viele glauben, das ist nur ein bisschen Popowackeln", so Markstetter, "aber mit unseren Workout-Moves wird der Kurs zum richtigen Kalorien-Burner".

In zweitägigen Workshops bilden sie lizenzierte "TwerXout"-Trainer aus. Neben Standard-Paketen bieten sie Premiumpakete für etwa 380 Euro an. Bislang hätten sie schon in fünf Städten neue Tänzer und Tänzerinnen ausgebildet. Für ihr Projekt benötigen Markstetter und Banina 50.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile.

Heute drehe "sich alles um den Po", sagte Markstetter und die Löwen erhielten dann eine Kostprobe des Tanzstils. Weil ihre Kurse gut besucht wurden, bildeten die beiden Frauen bereits 45 weitere Trainer aus, könnten aber mittlerweile der Nachfrage nicht mehr gerecht werden. Carsten Maschmeyer kritisierte das Geschäftsmodell, weil der Tanzstil, der zwar patentiert ist, zu leicht nachzuahmen sei. Auch die anderen Löwen sehen die unkontrollierbare Markensicherung ebenfalls kritisch. Am Ende mussten die beiden jungen Frauen mit leeren Händen die Höhle verlassen.

Sleeperoo

Mit ihrem Motto "Die Nacht, der Ort und Du", wollen Karen Löhnert (55) und Dennis Brosseit (33), die seit Jahrzehnten in der Tourismusbranche tätig sind, die Investoren überzeugen. Sie sind die Entwickler des "Sleepcube", einem hochwertigen Schlafzelt, das die beiden Investoren Judith Williams und Ralf Dümmel sofort austesteten. Es soll an besonderen Orten aufgestellt werden, an denen man normalerweise nicht übernachten kann. Diese hochwertigen Schlafplätze können allerdings nicht verkauft, sondern nur vermietet werden. "Die Gäste möchten etwas Besonderes erleben, emotional berührt werden und ein 08/15 Hotel ist dafür nicht mehr genug", sagte die Hamburgerin Löhnert.

Für ihr Unterfangen boten die Erfinder von Sleeperoo ihr Produkt für 250.000 Euro zu 20 Prozent der Firmenanteile an. Für eine Unterstützung der Bank mit einer Millionen Euro verkaufte Löhnert sogar eines ihrer Häuser, um einen Eigenkapital von 250.000 Euro zu bieten. Damit erntete sie Respekt von den Löwen. Maschmeyer ging ursprünglich davon aus, den Sleepcube überall aufstellen zu können. Als er hörte, dass dies ohne Weiteres nicht möglich sei, stieg er aus.

Am Ende folgten zwei weitere Investoren und nur noch Wöhrl sowie der Bonner Frank Thelen blieben übrig. Nachdem Thelen ausgestiegen war, hing es an Wöhrl. Sie war überzeugt von der Idee und fädelte den Deal mit 25,1 Prozent der Firmenanteile ein. Es hat genau so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben", sagte anschließend der stolze Dennis Brosseit.

Smicies

"Maximaler Geschmack in minimaler Form” - das präsentierten der 33-jährige Immanuel Rebarczyk und die 28 Jahre alte Carola Stock aus Leipzig ihren "Smicies” den "Löwen". Was auf den ersten Blick bis auf den Namen nichts mit Essen zu tun hat, soll sich bald den Weg an die Supermarktkassen bahnen.

Die beiden Gründer aus Leipzig schufen einen herzhaften Snack in Form von Pastillen. Aktuell gibt es drei verschiedene Geschmackssorten: Italian Pizza, Cheese Gratin und Bacon Pita. "Wir wollten einen Snack entwickeln, der die Gelüste auf etwas Herzhaftes stillt, den man aber immer dabei haben kann und der weder unserer Figur noch der Gesundheit schadet", erklärt Carola Stock ihre Produktentwicklung.

Mit Laborkitteln ausgerüstet boten die Lebensmittelerfinder eine sehenswerte Show, um ihre Produkte vorzustellen. Rebarczyk legte dazu ein Pizzastück in eine maschinenähnliche Konstruktion und holte eine Smicies-Dose aus einem anderen Fach.

Von den Löwen benötigten sie 50.000 Euro und boten 15 Prozent ihrer Firmenanteile. "Geschmack geht nicht. Konsistenz gar nicht", sagte Maschmeyer und stieg schnell aus. Fast 3 Euro sollen die "Smicies" kosten und zwischen 50 und 70 Cent in der Herstellung abverlangen. "Den Platz, den ihr wollt, ist der schwierigste im deutschen Handel", sagte Dümmel. Den meisten Investoren schmeckte es nicht. So mussten die Lebensmittelentwickler ohne einen Deal die Höhle verlassen.

Ello - E-Roller für Senioren

"Es ist nicht das beliebteste, aber ein wichtiges Produkt", so einer der drei Erfinder von "ello". Eine Million Euro an Kapital haben Benjamin Rudolph (30), Max Keßler (30) und Matthias Geertsema (29) aus Stuttgart bereits in ihren E-Rollator investiert.

Mit nur einem Finger lässt er sich bewegen und der Benutzer kann hinterherlaufen. Geht es bergauf, unterstützt der "ello" und man muss ihn nicht mehr anschieben. Wenn es bergab geht, dann bremst der elektrische Rollator automatisch und schützt vor dem Hinfallen. Auch Hindernisse ließen sich damit ohne große Anstrengung überwinden, versprechen die Macher. Dazu hat der Rollator eine integrierte Feststellbremse, Licht, eine Hupe und einen SOS-Knopf.

Die drei Macher, die sich bei einem Speed-Dating für Gründer kennengelernt hatten, benötigten einen Bedarf von 250.000 Euro, die sie für 10 Prozent am Unternehmen anboten. Der Rollator kostet im Handel 2890 Euro. "Es ist kein Massenprodukt", so Dagmar Wöhrl und stieg aus.

Georg Kofler bot 250.000 Euro für 20 Prozent, Frank Thelen zog nach und bot dasselbe. Darauf stieg Maschmeyer zusammen mit Kofler und 350.000 Euro und 30 Prozent ein, Thelen zog mit und bot das gleiche Angebot. Die drei Gründer machten es spannend, berieten sich lange und entschieden sich letztendlich für das Angebot der Löwen Maschmeyer und Kofler, die - wie Thelen - noch einmal auf 750.000 Euro Kapital erhöht hatten.

Gearflix aus Bochum

Das Unternehmen vom 35-jährigen Marius Hamer ist ein Start-up mit einer über 100 Jahre alten Geschichte. Sein Urgroßvater gründete 1910 ein Fotofachgeschäft im Ruhrgebiet. Als der Umsatz in Zeiten des Internethandels einbrach, stieg der Unternehmensberater ins Familienunternehmen ein.

Mit "Gearflix” entwickelte er ein Geschäftsmodell, bei dem Kunden Kameras und das dazugehörige Equipment leihen, statt es zu kaufen. Der Kunde bekäme ein Paket, wo er sich nicht mehr um viele Dinge kümmern muss. Es besteht, so versprach es Hamer, eine Leihgebühr, die jederzeit vom Kunden gekündigt werden kann. Die Akkus der Kamera sind geladen, die Speicherkarten leer.

Thelen merkte an, dass die "Sharing-Economy" nicht rentabel sei. "Es ist ein harter Weg", so der Bonner. Er kritisierte den Gewinn von vier Million Euro bei zehn Millionen Umsatz und stieg aus. Hamer bot den Löwen 300.000 Euro für zehn Prozent. Am Ende stieg jedoch jeder Löwe aus.

Waschies aus Kulmbach

Marcella Müller (35) und Carolin Schuberth (43) stellten den Investoren die Waschies mit dem Motto: "Kein Kratzen, keine Reinigungsprodukte, immer wiederverwendbar, kein Müll" vor. Dabei handelt es sich um Reinigungspads, die die empfindliche Baby- und Kinderhaut schonend mit Wasser reinigen und so mögliche Irritationen vermeiden sollen.

"Es hat eine besondere flauschige Qualität", sagte Judith Williams. "Ich habe das Gefühl, es ist nichts Neues", entgegnete Dagmar Wöhrl.

Die beiden Neu-Unternehmerinnen boten einen Kapitalbedarf von 50.000 Euro für 10 Prozent. Ralf Dümmel war sehr begeistert mit dem Unterschied, 20 Prozent haben zu wollen. Auch Judith Williams zog mit. Schlussendlich entschieden sich Müller und Schuberth für Dümmel.