Beethoven 2020: Wie das Beethoven Orchester das Jubiläumsjahr feiert

Beethoven 2020 : Wie das Beethoven Orchester das Jubiläumsjahr feiert

Generalmusikdirektor Dirk Kaftan stellt die Pläne für die Spielzeit 2019/2020 vor. Den 250. Geburtstag Beethovens feiert das Orchester mit prominenten Solisten und mit einer großen Fülle kreativer Ideen.

Die nächste Saison des Beethovenorchesters Bonn (BOB) ist eine ganz außergewöhnliche. In sie fällt ein großer Teil des Beethoven-Jubiläumsjahres, das offiziell am 16. Dezember 2019, Beethovens Tauftag, eingeläutet wird. Und da der größte Sohn Bonns als der Sinfoniker schlechthin gilt, hat das BOB dem Programm die vier Sätze der Neunten Sinfonie unterlegt: Allegro, Vivace, Adagio, Finale (für das Jubiläumsjahr) samt „Einstimmen“ und „Nachhall“ (für die Spielzeithälften davor und danach).

Man kann sich aber auch an die bekannten Konzertreihen halten wie die Freitagskonzerte, „Im Spiegel“, „Grenzenlose“, „Um Elf“, nicht zu vergessen die Kammerkonzerte. Und auf jede Menge neue, jubeljahrgerechte Projekte gespannt sein: Uraufführungen „Beethoven-Lounges“, einen Musikfrachter, eine „Beethoven-Nacht“ und vieles mehr. Von einer „Überfülle an Ideen“ schwärmte Chefdirigent Dirk Kaftan auf einer Pressekonferenz in der Bad Godesberger Redoute.

Der Ort war nicht zufällig gewählt: Die Redoute ist ein sogenannter „authentischer Beethovenort“. Hier begegnete Beethoven Joseph Haydn und hier wird auch ein Projekt zur historischen Aufführungspraxis stattfinden. In drei Konzerten wird man das Repertoire der Bonner Hofkapelle, in der der junge Beethoven mitspielte, wieder zum Leben erwecken. Wie könnte ein typisches Konzert dieses Ensembles ausgesehen haben, welche Werke lagen auf Beethovens Notenpult?

Auf historischen Spuren fährt auch der Musikfrachter, der diese Spezialformation des BOB bis nach Wien bringt und auf dieser Reise Miltenberg, Weikersheim und Würzburg ansteuert. Hochkarätige Solisten werden nach Bonn kommen, darunter die Pianisten Gerhard Oppitz und Gabriela Montero, Kit Armstrong, der Bratscher Nils Mönkemeyer oder der Geiger Christian Tetzlaff und seine Kollegin Alina Pogostkina. In der Reihe „Grenzenlos“ ist unter anderem wieder die türkische Gruppe „Kardes Türküler“ zu Gast, und am 5. Juni 2020 wird die Aufführung von Beethovens „Pastorale“ über die Bühne gehen, zeitgleich mit möglichst vielen Parallelaufführungen in aller Welt.

Alle Neune an einem Tag

Sonderkonzerte wird es unter anderem mit dem weltweit anerkannten Musikvermittler Gerard McBurney geben. Unter dem Stichwort „X-Rayed“ wird er ein multimediale Konzerterlebnis bieten, das mitten in Beethovens Siebte Sinfonie führt. Auf ganz neue Weise wird das Jubiläumsjahr am 16. Dezember 2019 eingeläutet: geboten wird eine von dem britischen Librettisten und Schriftsteller Paul Griffith konzipierte „Beethoven-Collage“. Nur fünf Tage später heißt es dann: „Alle Neune“. An diesem Tag stehen alle Sinfonien Beethovens auf dem Programm. Spielorte sind die Rotunde auf dem Petersberg, die Telekom-Zentrale und das Opernhaus, die zentrale Spielstätte des Jubiläumsjahres. Geboten werden Versionen für Sinfonieorchester, für Nonett, für Klavier. Und die mythische Fünfte gibt es zusätzlich noch in einer Fassung mit Elektro-Violine. Viel zu bieten hat auch „b.jung“, die Konzertreihe für junge Zuhörer, unter anderem „Ritterballett reloaded“. Darin trifft Beethovens Musik auf Werke junger Komponisten.

In den „Beethoven-Lounges“ im Pantheon wird Dirk Kaftan Gäste aus Musik und Gesellschaft empfangen, unter anderem Kit Armstrong oder Nils Mönkemeyer. In der Reihe „Im Spiegel“ ist unter anderem Götz Alsmann zu Gast. Der Jazzspezialist wird seine Sicht auf die Fünfte Sinfonie erläutern. Viel unterwegs ist das BOB im Jubiläumsjahr, unter anderem in Wien, Südkorea, Japan und China. Doch auch die Region wird nicht vergessen, so stehen Gastspiele in Rheinbach und Koblenz auf dem Programm. In einem „Mitmachkonzert“ steht Beethovens zweite Sinfonie auf dem Programm: begabte Laien können mit Profis spielen. Es werde ein bisschen wie zu Beethovens Zeiten, meinte Kaftan: „wenig proben, schauen, was übrig bleibt.“ Und im „Community-Musiktheater-Projekt“ von Moritz Eggert wird unter anderem die Frage gestellt: was wäre, wenn Beethoven Angela Merkel träfe?

Das komplette Programm unter www.beethoven-orchester.de. Karten zu allen Veranstaltungen ab 15. Juni 2019 ab 10 Uhr buchbar.

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