Neuer Konzertstandort Rheinaue?

Die Rheinaue rückt als Alternativstandort für die Museumsplatzkonzerte in den Mittelpunkt der Diskussion. "Der Museumsplatz ist nicht mehr zu halten, wir müssen uns neu orientieren", verbreitete Jürgen Harder, Teil des Betreiber-Kollektivs KultEvent, gestern über Facebook. Dieser Zeitung gegenüber sprach er von einer "Verhinderungsausschreibung" der Bundeskunsthalle.

Bonn. Die Rheinaue rückt als Alternativstandort für die Museumsplatzkonzerte in den Mittelpunkt der Diskussion. "Der Museumsplatz ist nicht mehr zu halten, wir müssen uns neu orientieren", verbreitete Jürgen Harder, Teil des Betreiber-Kollektivs KultEvent, gestern über Facebook. Dieser Zeitung gegenüber sprach er von einer "Verhinderungsausschreibung" der Bundeskunsthalle. Man wolle die Konzerte stoppen, spekuliert Harder, der die Verantwortung beim Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Bernd Neumann, in Berlin sieht.

Als Besitzerin des Museumsplatzes hatte die Bundeskunsthalle in einer Neuausschreibung für zukünftige Konzertbetreiber Bedingungen gestellt, die Harder nicht akzeptieren kann und will. Auf 610 000 Euro jährlich summieren sich die Forderungen der Bundeskunsthalle an potenzielle Betreiber.

Am vergangenen Montag endete die Ausschreibungsfrist, im Oktober soll entschieden werden. Das Kollektiv KultEvent habe, so Harder, eine Bewerbung "mit den alten Zahlen" abgegeben: Der Museumsplatz genieße nach wie vor höchste Priorität, "aber zu unseren Bedingungen". Harder rechnet damit, dass die Bewerbung von KultEvent beim Verfahren um den nächsten Fünfjahresvertrag durchfällt.

Da Harder "die Serie fortsetzen will", sieht er sich derzeit nach Alternativstandorten um: "Wir prüfen die Rheinaue." Der Betreiber rechnet damit, das Museumsplatz-Zelt günstig erwerben zu können und sieht etliche Vorteile des neuen Standorts. Man sei dort Herr im Haus, müsse die Bühne nicht immer auf- und abbauen, das Areal könnte schließlich mit unterschiedlichsten Veranstaltungen bespielt werden.

Der Bonner SPD-Fraktionschef Wilfried Klein bewertet die Option Rheinaue skeptisch und plädiert eindringlich für den Museumsplatz. Der habe sich bewährt, werde angenommen und biete die ideale Infrastruktur und Anbindung für Veranstaltungen. Klein setzt auf Verhandlungen mit der Bundeskunsthalle und "Gespräche auf allen Ebenen". Wichtig ist ihm, dass die Veranstalter der Konzerte ab 2012 möglichst bald Planungssicherheit haben.

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