Ein neuer Sparplan fürs Theater Bonn

Ein neuer Sparplan fürs Theater Bonn

Um "etwas Dynamik in die Diskussion zu bringen", hat der Bonner General-Intendant Klaus Weise nachgerechnet und gestern bei einer außerordentlichen Personalversammlung des Bonner Theaters eine eigene Rechnung vorgelegt.

Bonn. Um "etwas Dynamik in die Diskussion zu bringen", hat der Bonner General-Intendant Klaus Weise nachgerechnet und am Mittwoch bei einer außerordentlichen Personalversammlung des Bonner Theaters eine eigene Rechnung vorgelegt. Prämisse ist, dass die von der Stadt geforderten 3,5 Millionen Euro Einsparung ab 2013/14 nicht zu leisten sind, wie Weise bereits vergangene Woche dieser Zeitung sagte. "Das Theater kann sparen", meinte er am Mittwoch, "aber bei gewissen Strukturen ist Schluss". Gemeint sind Reduzierungen des künstlerischen Personals.

Weises "Gegenvorschlag mit großen Bauchschmerzen" beläuft sich auf ein Einsparvolumen für 2013/14 von 1,44 Millionen Euro jährlich und für die folgende Spielzeit von 1,84 Millionen Euro. Schaffen will er das mit einer Einnahmeerhöhungen: Im Schnitt vier Euro teurer sollen die Eintrittskarten werden, unterm Strich kämen "bei realistischer Rechnung" 500 000 Euro heraus, die das Theater mehr in der Kasse hätte. Sparen will Weise auch: 340 000 Euro jährlich ließen sich bei den Sach- und Aushilfskosten abknapsen, jeweils eine Produktion von Oper, Theater und BonnChance fiele weg - Einsparung: 500 000 Euro, verrentete Mitarbeiter würden bis auf einen nicht ersetzt (100 000 Euro Einsparpotenzial).

Die Vorteile für Weise: Keine Sparte, kein Spielort müssten geschlossen werden, keine Entlassungen und irreversiblen Entscheidungen, "die künstlerische Qualität bliebe erhalten". Personalratschef Willi Ganser unterstützt Weises Kurs, hat aber Zweifel, ob die Einnahmeerhöhungen trotz reduzierten Angebots zu erzielen sind und bezweifelt, ob Weise seine Pläne in nur zwei Jahren umsetzen kann.

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