Neue Rolle für die Obermöhn: Demnächst im Contra-Kreis-Theater

Neue Rolle für die Obermöhn : Demnächst im Contra-Kreis-Theater

Von „fott es fott“ bis „Brandheiß“: Horst Johanning über die neue Saison.

Hinter dem Schreibtisch des Contra-Kreis-Prinzipals Horst Johanning hängt ein Wort Goethes aus den „Schriften zur Literatur“. Thema sind das Weimarische Hoftheater und die Einsicht des Autors und zeitweiligen Intendanten: „Das Theater ist eines der Geschäfte, die am wenigsten planmäßig behandelt werden können; man hängt durchaus von Zeit und Zeitgenossen ihn jedem Augenblicke ab; was der Autor schreiben, der Schauspieler spielen, das Publikum hören und sehen will, dieses ist's, was die Direktionen tyrannisiert und wogegen ihnen fast kein eigener Wille übrig bleibt.“

Was Johanning in der vergangenen Spielzeit tyrannisiert hat, war der überraschende Misserfolg von „Amadeus“, einer Koproduktion mit dem Jungen Theater Bonn. Die von der Kritik gelobte und vom Premierenpublikum bejubelte Inszenierung lief schlechter als erwartet. Erfolge kann auch ein erfahrener Theaterdirektor wie Johanning nicht programmieren.

Sei's drum: Neue Spielzeit, neues Glück. Bevor es am 6. September mit der Premiere von „fott es fott – Die Bonn-Revue“ richtig losgeht, tritt Robert Kreis auf. Sein Contra-Kreis-Special „Rosige Zeiten“ läuft vom 27. August bis zum 2. September.

Die Uraufführung von „fott es fott“ liegt in den Händen von Stephan Ohm. Seine Bonn-Revue blickt im Gewand eines bunten Fernsehquiz auf mehr als 2000 Jahre Stadtgeschichte zurück. Der Schwerpunkt liegt auf den Bundeshauptstadtjahren 1949 bis 1990.

Die Hauptrolle hat Ohm Ina Harder anvertraut. Die Obermöhn sei durchaus eine Frau des Wortes, hat Johanning beobachtet. Doch gehe es jetzt nicht mehr darum, zu reden, „was der Mund hergibt“. Harder müsse sich ein Rollenkorsett anlegen und einen Bühnentext einstudieren. Was immer passiert: The show must go Bonn, kalauert das Contra-Kreis-Theater. Die zweite Premiere der Spielzeit 2018/19, „Ketten der Liebe“, beschert ein Wiedersehen mit Tom Gerhardt. Johanning hofft, dass die Wiederaufnahme des Stückes mit Gerhardt und Kollegen dem Bonner Publikum „vier Wochen Freude macht“ (6. November bis 9. Dezember).

Sein Contra-Kreis-Debüt gibt Kalle Pohl mit „Charleys Tante“. Brandon Thomas' unsterbliche Farce aus dem Jahr 1892 steht vom 13. Dezember bis 17. Februar 2019 auf dem Spielplan.

Horst Johanning hat lange um Rudolf Kowalski geworben, und jetzt hat der Schauspieler Ja gesagt. Zusammen mit seiner Frau Eva Scheurer spielt Kowalski die Hauptrolle in Stefan Vögels Komödie „Die Niere“. Dessen Stück „Achtung Deutsch!“ war ein Hit in Bonn. „Jedes Bild endet mit einem Knaller“, schwärmt Johanning von Vögels neuem Stück.

Kern der Handlung ist eine Hiobsbotschaft. Die Frau des erfolgreichen Architekten Arnold (Kowalski) leidet an einer Niereninsuffizienz, nur eine Spenderniere kann sie retten. Arnold hat die gleiche Blutgruppe, aber eigentlich gerade keine Zeit und zweitens eine Heidenangst. Das ist der Stoff, den Vögel in eine Komödie verwandelt (21. Februar bis 21. April).

Im April kehrt René Toussaint in den Contra-Kreis zurück. Er gehört zum Ensemble von Agatha Christies Kriminalstück „Die Mausefalle“ und wird den Major Metcalf verkörpern. Das Publikum darf sich auf die Rückkehr des wandelbaren Darstellers Toussaint freuen (25. April bis 23. Juni).

Zuletzt wird es akrobatisch. „Brandheiß – gelöscht wird später“ ist der Titel einer Kooperation mit der Komödie Braunschweig. Im Stil von „Ladies Night“ und „Ganze Kerle“ erzählt das Stück von Feuerwehrmännern, die sich im Stangentanz („Pole Dance“) versuchen. Nicht etwa, weil sie den Kick suchen, sondern um Geld für ein neues Einsatzfahrzeug zu generieren.

Apropos Geld. Angesichts steigender Kosten hat Johanning eine Steigerung des städtischen Zuschusses für das Contra-Kreis-Theater beantragt. Bisher erhält sein Haus 100 000 Euro im Jahr. Ob es substanziell mehr wird, entscheidet sich im Herbst.

Karten gibt es in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.

Mehr von GA BONN