"Ein Hauch Ekstase": Das erwartet die Besucher der 5. Bonner Klezmertage

"Ein Hauch Ekstase" : Das erwartet die Besucher der 5. Bonner Klezmertage

Die 5. Bonner Klezmertage in der Brotfabrik setzen Akzente mit Musik und Geschichten. Sie gehen vom 28. bis 31. März über die Bühne. Ihr Wahlspruch lautet: "Ein Hauch Ekstase".

Zuhause - Jüdisch. Heute. Hier: Unter diesem Motto stehen die 5. Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr 2019 vom 28. März bis zum 14. April. Und dazu gehören auch die 5. Bonner Klezmertage, die vom 28. bis 31. März über die Bühne der Brotfabrik gehen. Ihr Wahlspruch? "Ein Hauch Ekstase".

Und dieser Hauch liegt bei den Konzerten des Festivals irgendwie immer in der Luft. Ergänzt wird das Musikprogramm durch eine Filmvorführung, einen Vortrag über jiddisches Leben in Osteuropa und Geschichten der Chassidim. Zur Einstimmung, zwei Wochen vor dem offiziellen Beginn, ist das Duo Fides am Donnerstag, 14. März, zu Gast in der Versöhnungskirche in Beuel.

Anna Neubert (Violine) und Leonhard Spies (Gitarre) haben ihre Ausbildung mit dem Master an der Hochschule für Musik und Tanz Köln abgeschlossen und sind Mitglieder der Klezmerband Tovte. Diesmal richten sie ihren Fokus auf die Musik der Sephardim, der spanischen Juden, bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Sie lassen mittelalterliche Lieder auf traditionellen Klezmer treffen und zeigen die sephardischen Einflüsse auf die heutige Musikwelt.

Zur Eröffnung der 5. Bonner Klezmertage am 28. März (20 Uhr) präsentieren der künstlerische Leiter Georg Brinkmann und der Förderverein Filmkultur mit dem Stummfilm "Das alte Gesetz" von André Ewald Dupont aus dem Jahr 1923 eine Rarität. Zur Premiere der neu restaurierten Fassung gibt es eine Einführung der Publizistin Leah Rauhut-Brungs (Beginn: 19.30 Uhr), und Livemusik des Pianisten, Violinisten und Violisten, Dirigenten und Komponisten Günter A. Buchwald und des Klarinettisten Helmut Eisel. Der Film zeigt die Konflikte zwischen Tradition und Aufbruch im Judentum.

Anhand eines berührenden Vater-Sohn-Konfliktes sowie durch die Gegensätze zwischen dem städtischem und typischen Shtetl-Leben wird deutlich, wie konfliktreich "Zu Hause Sein" mitunter auch sein konnte.

Zur feierlichen Eröffnung der Klezmertage am Freitag, 29. März, 19.15 Uhr, mit Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel singt Sim Shalom, der Chor der jüdischen Gemeinde Bonn unter Leitung von Irina Müller, bevor die kanadische Gruppe Ichka um 20 Uhr ihre Reise zur Klezmermusik der "alten Welt" antritt.

Zilien Biret, Klarinettist der Formation, leitet am Samstag, 30. März von 14 bis 17.30 Uhr auch den Workshop "Klezmermusik für Melodieinstrumente". Später am Abend wird Ichka beim Tanzball aufspielen (Start: 22 Uhr). Auftakt zur langen Nacht der Klezmermusik ist um 19.30 Uhr mit Trezmorim aus Köln mit ihrem Programm "Shik mir a shtral".

Anschließend verbinden Peter Dahm, Michael Saposchnikow und Falk Breitkreuz neue jazzige Arrangements von Klezmer-Klassikern mit eigenen Kompositionen im Stil der osteuropäischen Musik.

Ins Finale gehen die 5. Bonner Klezmertage am Sonntag, 31. März, von 14 bis 15.30 Uhr mit "Parnosse un Rachmones. Wochendige Mentschen in Freud un in Leid", einem Vortrag über jiddisches Leben in Osteuropa von Leah Rauhut-Brungs; einem Ausflug in eine lange vergangene Lebenswelt. Melodien und Geschichten der Chassidim erzählt Gidon Horowitz aus Freiburg, begleitet von Georg Brinkmann auf der Klarinette. Das Programm "Niggunim we Sippurim" beginnt um 16.30 Uhr. Der Ausklang gebührt der Sängerin, Poetin und Entdeckerin Noëmi Waysfeld aus Paris, die zusammen mit dem Quartett Blik ihren eigenen jiddischen und russischen Wurzeln wiederentdeckt. Ihr Konzert beginnt um 20 Uhr.

Infos: Fides; Versöhnungskirche Beuel, Siegfried-Leopold-Str. 74., 14. März, 20 Uhr. www.bonner-klezmertage.de