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Kommentar zum Umzug des ZdK: Zweifelhafte Erwartung

Kommentar zum Umzug des ZdK : Zweifelhafte Erwartung

GA-Redakteurin Lisa Inhoffen glaubt nicht, dass der Umzug des Zentralkomitees der deutschen Katholiken von Bonn nach Berlin den gewünschten Effekt haben wird.

Der Vorstoß des Präsidiums des Zentralkomitees der deutschen Katholiken für den Umzug seines Generalsekretariats nach Berlin kommt nicht unerwartet. Zu oft schon hat sich das Laiengremium in der Vergangenheit mit dieser Frage auseinandergesetzt – insbesondere mit Blick auf den Berlin-Hype, dem bekanntlich nicht nur immer mehr Regierungsmitglieder erliegen, sondern längst auch viele in Bonn und der Region angesiedelte Verbände und Institutionen. Man will eben dort sein, wo die Musik spielt, also in der Nähe der Schaltzentrale der Macht. Das kann man nachvollziehen, angesichts unserer digitalisierten Welt ist es aber nicht zu verstehen. Zumal wieder viele Familien betroffen sein werden und ein Umzug bekanntlich auch stets hohe Kosten verursacht. Gerade diese Aspekte müssen für eine christliche Institution wie dem ZdK bei derartigen Überlegungen an erster Stelle stehen. Das ist leider, liest man das Positionspapier, anscheinend nicht der Fall.

Der Rutschbahneffekt trifft übrigens nicht nur die Bundesstadt und die Region: Das zeigt das Beispiel der bereits erfolgten Zusammenlegung des Evangelischen Entwicklungsdienstes, der einst seinen Sitz auf dem Hardtberg hatte, mit den früher in Stuttgart angesiedelten Hilfswerken „Brot für die Welt“ und der Diakonie Katastrophenhilfe in einem mehr als 60 Millionen teuren Neubau in Berlin-Mitte.

Zweifelhaft ist zudem die Erwartungshaltung des ZdK, in Berlin mehr mediale Öffentlichkeit zu erhalten. Denn: Nicht an den Worten, sondern an den Taten sollt ihr sie messen, heißt es frei übersetzt in der Bibel.