Neustart im Gebäudemanagement

Neustart im Gebäudemanagement

Ein Top-Manager soll den städtischen Eigenbetrieb aus der Krise führen und weitere Baustellen-Pannen verhindern. Die Konditionen scheinen sehr attraktiv zu sein.

Führungswechsel beim SGB

Das krisengeschüttelte Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) soll eine neue Führung bekommen. Seit sechs langen Jahren steuert Vize-Betriebsleiterin Marion Duisberg das SGB kommissarisch, weil die Stadt erfolglos nach einem Nachfolger für den 2012 pensionierten Bruno Lossau suchte. Jetzt kommt ein neuer Anlauf – mit attraktiveren Konditionen. Die Rede ist in Ratskreisen von der Gehaltsklasse der Stadtwerke-Geschäftsführer, verbunden mit einem Fünfjahresvertrag.

Denn der oder die Neue soll das SGB gründlich umkrempeln. Es seien „tiefgreifende Änderungen der Aufbaustrukturen und Ablaufprozesse notwendig“, schreibt die Stadtverwaltung in einer Vorlage für den SGB-Betriebsausschuss. Dafür sei „ein kaufmännisch bzw. verwaltungsbetriebswirtschaftlich geprägter Sachverstand“ nötig. Marion Duisberg, von Haus aus Ingenieurin, hat damit wohl keine Aussichten auf den Chefposten, der mit Hilfe einer Personalberatung besetzt werden soll. Ursprünglich wollte die Stadtspitze der Bauexpertin einen gleichberechtigten kaufmännischen Geschäftsführer zur Seite stellen.

Die Ratskoalition aus CDU, Grünen und FDP aber hält eine klare Hierarchie an der SGB-Spitze für besser. „Wir wollen, dass Mängel bei klassischen Prozessabläufen des Bauwesens behoben werden“, unterstreicht der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus-Peter Gilles. „Das SGB braucht außerdem mehr technische Fachkräfte, um die drei Kompetenzfelder Bauwesen, Architektur und technische Gebäudeausstattung abzudecken.“

So schnell wie möglich sollen im SGB (siehe „Betrieb mit Millionen-Budget“) standardisierte Prozesse, ein wirksames Controlling, eine neue Gebäudemanagementsoftware und effektivere Strukturen installiert werden. In einem Antrag für den Betriebsausschuss, der am Mittwoch tagt, machen die Jamaika-Koalitionäre der Stadt strikte Vorgaben, basierend auf einer städtischen Organisationsuntersuchung. Zudem soll der Betrieb in drei Fachbereiche gegliedert werden: Beim „Neubau“ geht es vor allem um Schulen und Kindergärten. „Bauunterhaltung und Technik“ muss den exorbitanten Sanierungsstau der Stadtgebäude in Angriff nehmen. Und der Bereich „Großprojekte“ soll sich zum Beispiel um das Stadthaus, die Stadthalle in Godesberg und die Theatergebäude kümmern. Dabei müsse das SGB seine Bauherrenfunktion „stringenter wahrnehmen“, verlangt die Koalition. Die Mittel dazu: systematisches Datenmanagement, gebäudebezogener Planungsleitfaden, klarere Zuständigkeiten bei der Arbeit etwa mit externen Projektsteuerern, mehr Kontrollen auf den Baustellen, um Probleme wie bei der Sanierung der Beethovenhalle zu verringern. „Wir brauchen eine passgenaue Struktur für jedes Großprojekt“, sagt Tom Schmidt, der für die Grünen im Betriebsausschuss sitzt. „Bisher ist das SGB nicht auf Augenhöhe mit den privaten Auftragnehmern, wie das Beispiel Beethovenhalle zeigt.“ Und das, so Schmidt, sei „fatal“.

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