Zaun löst Irritationen aus: Hundewiese am Lessenicher Friedhof ist wohl vom Tisch

Zaun löst Irritationen aus : Hundewiese am Lessenicher Friedhof ist wohl vom Tisch

Erst war eine Hundewiese, dann die Erweiterung des Lessenicher Friedhofs geplant. Jetzt will die Stadt einen Insektentreff anlegen.

Eine Frau mit ihrem kleinen Hund betrachtete den Zaun, der die kleine Wiese neben dem Lessenicher Dorfplatz seit Ende des Jahres absperrt. Es hieß ja mal, dass diese Fläche eine Auslaufwiese für Vierbeiner werden solle – damit die nicht länger auf den Dorfplatz koten. Der massive Gitterzaun, in den ein verschlossenes Tor eingelassen ist, lässt ahnen, dass die Idee Geschichte ist.

Das hätte ohnehin nicht funktioniert, ist der Ortsausschussvorsitzende Bruno Euskirchen überzeugt: Welcher Hund, der bisher sein Geschäft auf dem einladenden Dorfplatz verrichtet hat, würde jetzt warten, bis er die kleinere Wiese erreicht hat? Die Fläche solle als Erweiterung des angrenzenden Friedhofs dienen, meint er, für Bestattungen im Grünen. Er irrt, hat die Stadt doch im vergangenen Jahr erst die Trauerhalle auf dem städtischen Friedhof geschlossen. Zudem soll Friedhofsfläche verringert werden, weil – wie in vielen Städten – der Trend weg von der Sarg- und hin zur Urnenbestattung geht, die weniger Platz braucht.

Artenreiche Wiese soll dort entstehen

Im Bebauungsplan, teilt das Presseamt mit, ist die Wiese als öffentliche Grünfläche Friedhof festgesetzt. Die Erweiterung stand tatsächlich ursprünglich auf dem Plan. „Das ist derzeit jedoch nicht geplant“, heißt es. Das eingezäunte Areal „soll als extensiv bewirtschaftete Wiesenfläche genutzt werden“. Das heißt? „Es soll dort kein Rasen, der dauernd gemäht wird, entstehen, sondern eine artenreiche Wiese, die von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten bevölkert werden kann.“ Etwas Ähnliches gebe es schon am Südfriedhof.

2016 wurde die Fläche zwischen Friedhof und dem Alten Bach weitgehend gerodet, aus Sicherheitsgründen: Einige Gehölze seien nicht mehr verkehrssicher gewesen und hätten auch „mit Blick auf die Sicherheit umliegender Flächen entfernt werden“ müssen, so das Presseamt. Die Stadt säte neuen Rasen ein. Da auch diese Wiese von Hundebesitzern frequentiert worden war, wurde der Zaun gesetzt: Er solle verhindern, dass die Tiere durch die Hecke zum Friedhof schlüpfen, wohin ihnen die Besitzer nicht so schnell folgen können.

Die Stadt spricht auch von einer zunehmenden Vermüllung der Fläche, die wohl auch als Treffpunkt für junge Leute genutzt wird. In der Tat: Eine junge Frau kommt vorbei und schaut sich den Zaun an. „Wir haben da öfters Slacklines gespannt.“ Dafür werden sich die Betreffenden jetzt eine andere Fläche mit Bäumen suchen müssen.