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Wege zur Uniklinik in Bonn: Einige Radwege im Kottenforst sind gefährlich

Wege zur Uniklinik in Bonn : Einige Radwege im Kottenforst sind gefährlich

Für Radfahrer gibt es viele Wege durch den Kottenforst, um das Uniklinikum zu erreichen. Aber längst nicht alle sind zu empfehlen. Mitarbeiter haben sie getestet. Das Ergebnis: Einige Verbindungen sind in einem schlechten Zustand und gefährlich.

Wohl dem, der im Uniklinikum (UKB) auf dem Venusberg arbeitet und in Friesdorf oder Dottendorf wohnt. Dann hat er es nur rund 1,2 Kilometer weit zur Arbeit, Luftlinie allerdings. Auf dem Weg hinauf müssen aber rund 100 Höhenmeter überwunden werden, die schon einem Spaziergänger die Milchsäure in die Muskeln treiben.

Wer nicht auf eine Seilbahn warten mag und diesen Weg zum UKB mit dem Fahrrad schaffen will, hätte sich vermutlich früher die Zähne daran ausgebissen. Die Räder waren schlechter, die Waldwege glichen Buckelpisten. E-Bikes kannte noch keiner, Mountainbikes waren höchstens selbst gezimmert.

Für Birgitta Vogt ist der Weg durch den Wald ihr tägliches Pensum zur Arbeit. Von ihrer Wohnung in Friesdorf vier Kilometer über die Annaberger Straße steil bergauf, oben angekommen rechts abbiegen, und nach einem Kilometer über Asphalt und durch den Wald ist sie an der Südpforte der Kliniken angekommen. Auch Christine Mühle nimmt täglich den Weg über die gut ausgebaute Annaberger Straße. „Und abends auf dem Rückweg ist es wunderschön, durch den Wald zu fahren“, sagt sie. Zumal sie es bergab nach Friesdorf gut rollen lassen kann auf ihrer 6,5 Kilometer langen Strecke bis nach Plittersdorf.

Beide Frauen haben kürzlich an einer Tour mit anderen Mitarbeitern teilgenommen, die mit dem Fahrrad die Waldwege rund um das UKB getestet haben. Mit dabei: Klinik-Mobilitätsmanager Hans-Peter Bürkner, für den das Radfahren ein Teil seines Geschäfts ist. Auch andere, die das Auto lieber stehen lassen für den Arbeitsweg waren dabei – wie IT-Mann Kai Santos, der die 17 Kilometer von seinem Wohnort in Buschhoven aus jeden Tag mit dem Rad durch Wald und Wiesen bis zum UKB zurücklegt.

Erster Eindruck: Alle, die das Rad zur Arbeit nehmen, haben gutes Material unter sich, das anständig rollt, vernünftige Schaltungen, Reifen, Bremsen und eine anständige Beleuchtung aufweist. Der Rollwiderstand ist bei diesen Bikes gering, die Räder laufen fast lautlos. Wer dazu noch ein E-Bike unter dem Popo hat, muss keine Angst vor den Steigungen des Venusbergs haben.

Die Route über die anfangs genannte Annaberger Straße nach Friesdorf war dementsprechend eine Wohltat. Anders der Pionierweg, der sich ein Stück weiter in Bad Godesberg vom Promenadenweg aus nach oben schlängelt. Er ist nicht so steil, zieht sich dafür länger und ist gekennzeichnet durch eine Schotterpiste, die Radfahrern die Kraft aus den Beinen saugt. Allgemeiner Tenor deshalb: „Dieser Weg ist als Route zur Arbeit im UKB eher weniger geeignet.“

Am günstigsten kommen Menschen in Dottendorf zum UKB - ebenfalls quer durch den Wald. Die Winzerstraße wird zwar hinter der letzten Bebauung zu einer schwer befahrbaren Single-Trail-Piste, der ohne Mountainbike-Bereifung nicht gut beizukommen ist. Aber der Rochusweg ein Stück weiter sieht für Radler schon besser aus. Es lockt vor allem die Kürze der Anstrengung. Vom Dottendorfer Ortszentrum bis zum Klinikum sind es nur zwei Kilometer – eine Strecke, die nach 15 Minuten geschafft sein kann.

Andere Wege rund um das UKB haben dagegen ihre Tücken. Wie der Haager Weg, der keinen separaten Radweg in Richtung Ippendorf hat und generell keinen guten Zustand aufweist. „Die Straße ist außerdem zur Seite hin abschüssig, und das Wasser staut sich dort“, sagt UKB-Mitarbeiter Santos. Auch für Heidrun Steinke ist es nicht leicht, von ihrem Wohnort in Röttgen zum Uniklinikum zu kommen. Es sind zwar nur vier Kilometer Luftlinie, „aber der Weg hinter dem Tennisplatz in Röttgen zum UKB ist unbefahrbar“, sagt sie. Bitter für sie: „Wenn ich über das Katzenlochbachtal fahre, ist es gefährlich, und über den Annaberger Hof ist die Strecke wegen des Umwegs doppelt so lang.“