Schnell in der City unterwegs: Das kann die neue SWB-App "BonnMobil"

Schnell in der City unterwegs : Das kann die neue SWB-App "BonnMobil"

Die neue App BonnMobil der Stadtwerke vernetzt die Infrastruktur von Bussen, Bahnen, Autos und Mieträdern. Künftig soll sie sogar ein eigenes Navigationssystem bekommen.

Den schnellsten Weg zur Arbeit finden soll sie, dabei aber nicht nur das Auto berücksichtigen, sondern auch Fahrrad, Taxi, Bus und Bahn. Das alles soll die neue kostenlose App „BonnMobil“ der Stadtwerke Bonn (SWB) bieten. Sie kann seit wenigen Wochen auf Smartphones heruntergeladen werden, und mit ihr lassen sich öffentliche Verkehrsmittel sogar in Echtzeit verfolgen.

Die App kann aber noch mehr: Sie bietet eine Übersicht der freien Parkplätze in Bonner Parkhäusern, liefert die Standorte verfügbarer Mietfahrräder, verweist auf die Wlan-Hotspots der Stadtverwaltung, tagesaktuelle Baustellen und Informationen zu Störungen. Die App bündelt viele Funktionen, um die verschiedenen Verkehrsmittel miteinander zu verknüpfen. Allerdings hat sie noch mit Kinderkrankheiten zu kämpfen und wird laufend weiterentwickelt.

Wer auf die kleine Rakete tippt, sieht Symbole über den Bonner Stadtplan zittern. Während sich die meisten Bahnen der Linie 61 brav an den Streckenplan und das Schienennetz halten, hat sich ein Zug mitten in die Thomas-Mann-Straße verirrt – und verharrt dort. Auch in den Bewertungen der App beschweren sich Nutzer darüber, dass das sogenannte Livetracking nicht zuverlässig funktioniert. Die Daten liefert die Leitstelle der Stadtwerke, die jeden Bus und jede Bahn per GPS-Signal ortet. Bei Störungen meldet die Technik automatisch, dass der Bus im Stau steht und nicht weiterkommt. Die Verspätungen werden bei den Ankunfts- und Abfahrtszeiten berücksichtigt und angezeigt – im Idealfall.

Es gibt aber auch viele Dinge, die gut funktionieren. So lässt sich der Stadtplan, der sich beim Start der App öffnet, personalisieren. Farbige Linien zeigen den Streckenplan der öffentlichen Verkehrsmittel. Jeder Nutzer kann eine individuelle Auswahl treffen, welche Funktionen zusätzlich angezeigt werden sollen: Als „Stadtinfo“ lassen sich Krankenhäuser, Bibliotheken oder auch Sehenswürdigkeiten sowie Hotels einblenden – und zwar direkt mit der nächstgelegenen Haltestelle inklusive ihrer metergenauen Entfernung. Mit wenigen Klicks verwandelt sich der reguläre Plan in eine Fahrradkarte. Die einzelnen Mieträder von Nextbike sind genauso sichtbar, wie die Hundert im Stadtgebiet verteilten Stationen. Alle Funktionen sind auch ins Englische übersetzt worden.

Jede Erweiterung der App kostet die Stadtwerke Geld

„Wir haben alle relevanten Verkehrsträger innerhalb der Stadt in einer App integriert“, sagt SWB-Sprecher Michael Henseler. Die Programmierung hat mehrere Monate gedauert, die App bedient sich aus verschiedenen Datenbanken. Alles basiert ausschließlich auf Open Data: Also Daten, die schon öffentlich verfügbar sind und von jedem kostenlos genutzt werden dürfen. Anders sieht es bei Funktionen aus, die es künftig noch geben soll. Jede Erweiterung kostet die Stadtwerke Geld. „Es fehlt noch ein Bezahlsystem, aktuell ist nur eine Verlinkung zu SWBeasy.Go möglich“, erklärt Henseler. Spätestens bis Anfang 2020 sollen die Nutzer mit „BonnMobil“ auch bezahlen können. Auf der Liste der Programmierer steht zudem ein intermodales Navigationssystem, das laut Henseler besonders teuer ist. „Es gibt auch noch keine Schnittstellenanbindung zu den Bürgerservices der Stadt.“

Mit den Nutzerzahlen sind die SWB zufrieden. In Googles Play-store für Android wurde die App seit dem Start Ende 2018 rund Tausend Mal heruntergeladen, im Applestore sogar rund 1300 Mal. Am Jahresende gab es unter dem alten Liniennetzplan, auf dem „BonnMobil“ beruht, rund 8300 unterschiedliche Besucher. Im Januar diesen Jahres waren es durch die App fast 11 000 Besucher. Auch andere Städte zeigen Interesse an „BonnMobil“. „Das System wurde unseren Entwicklern bereits von fünf Städten und Landkreisen beauftragt und befindet sich in der Umsetzung“, weiß Henseler. Zudem seien mehrere Städte interessiert und in der Verhandlungsphase. Dadurch könnten die Kosten der App teils refinanziert werden.

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