Buschdorf: Bürgerinitiative setzt sich für die Zukunft ihres Ortsteils ein

Buschdorf : Bürgerinitiative setzt sich für die Zukunft ihres Ortsteils ein

Die Politiker sind angetan. Da melden sich nicht irgendwelche "Wutbürger", die ihrem Ärger Luft machen. Nein, die Gruppe von Buschdorfer Bürgern hat sich ernsthafte Gedanken um die Zukunft des Ortsteils gemacht und macht konstruktive Vorschläge.

Dem Antrag der Bürger, für Buschdorf eine Rahmenplanung aufzustellen, folgt die Bezirksvertretung Bonn einstimmig, und auch der Planungsausschuss folgt den Vorschlägen ohne Gegenstimme. Joachim Decker vom Bürger Bund findet die Initiative so gut, weil sie identitätsstärkend ist, und Hartwig Lohmeyer (Grüne) wünschte sich mehr solch bürgerschaftliches Engagement.

"Wir erleben ja jeder für sich, dass unser Dorf an seine Grenzen stößt, was die Infrastruktur betrifft", erklärt Anja Niemeier. Die Architektin und Mutter dreier Kinder ist eine von sechs Buschdorfern, die den Antrag an die politischen Gremien mitformuliert hat. Da sind noch Martin Herrmann, der auch Vorsitzender des Vereins Lucky Luke ist, Günther Timmermann, Margret Klein, Matthias Franke und Hubert Berg, Vorsitzender der Buschdorf-Stiftung.

"Es gibt so manche Themen, die die Leute hier im Ort beschäftigen - sei es die Versorgung mit Geschäften, Kindergartenplätzen oder barrieregerechten Wohnungen. Irgendwann haben wir uns überlegt, dass wir nur gemeinsam etwas erreichen können", erzählt Herrmann. "Unsere Motivation? Wir sind überzeugte Buschdorfer", ergänzt Timmermann und lacht.

Also traf man sich zu Ideenworkshops, nannte sich Initiative Zukunftswerkstatt und lud neben den örtlichen Politikern auch Vertreter der Stadt Bonn aus den entsprechenden Fachämtern ein, aber auch andere Buschdorfer Bürger und Vertreter von Caritas und Diakonie. "So kam gebündelter Sachverstand zusammen", erläutert Herrmann das einfache, aber logische Konzept.

"Man muss die Entwicklung Buschdorfs aus der Historie betrachten, um diese Struktur zu verstehen", meint Berg. Als eines der größeren zusammenhängenden Wohngebiete wurde Anfang der 1960er Jahre die VdK-Siedlung entwickelt. "Danach wurde jede Siedlung Stück für Stück um dem Ortskern herum geplant", so Niemeier. Die Infrastruktur sei so aber kaum mitgewachsen - weder was den Bedarf an Kindergartenplätzen betreffe noch an Geschäften, Aufenthaltsräumen, an vernünftigen Bus- und Bahnverbindungen oder schlicht an Freiflächen.

"Deshalb wollten wir eine Rahmenplanung anregen, damit bestehende Strukturdefizite und die weitere bauliche Entwicklung im Sinne einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Stadtentwicklung in Einklang gebracht werden", so Niemeier. Was fehle, seien Treffpunkte, Versammlungsräume, aber auch Angebote an generationenübergreifenden sowie barrierefreien Wohnformen.

Im Blick hat die Initiative auch schon ein Areal, das sich in der Hand der Stadt befindet: Das Gelände der ehemaligen Verwaltungsakademie an der Ecke Otto Hahn Straße und Im Schildchen wäre aus ihrer Sicht ein idealer Standort für ein soziales Zentrum, wo man Gemeinschaftsräume, aber auch ein Projekt für gemeinschaftliches Wohnen umsetzen könnte.

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