Glühwein vor dem Frankenbad

Erster Weihnachtsmarkt in der Altstadt

Bei Lisa Seiler von "Made in Bonn" (im Vordergrund) konnten Kinder selbst Weihnachtskarten und Engel aus Papier basteln.

Bei Lisa Seiler von "Made in Bonn" (im Vordergrund) konnten Kinder selbst Weihnachtskarten und Engel aus Papier basteln.

BONN. Auf dem Platz vor dem Frankenbad haben Geschäftsleute Alternativen zum Massenkonsum angeboten. Als Konkurrenz zum Innenstadt-Markt sieht man sich jedoch nicht.

Glühwein, Waffeln, Häkelzubehör – ohne sie wäre kein Weihnachtsmarkt denkbar. Daher waren diese Klassiker auch auf dem kleinen Weihnachtsmarkt vor dem Frankenbad zu finden, der am Samstag und Sonntag zum ersten Mal stattfand. Ansonsten hatten die Veranstalter aber versucht, einiges anders zu machen als der große Markt in der Innenstadt. An sieben Ständen boten Einzelhändler, Kunsthandwerker und Gastronomen aus der Altstadt ihre Produkte an.

„Wir wollen eine Alternative sein, mit Dingen, die schön, gemütlich und lecker sind“, erklärte Helena Wiemer. Die 27-Jährige ist Geschäftsführerin der rollenden Cafébar „Cafe-Roller“ und hatte den Weihnachtsmarkt organisiert. „Der Riesenhype um den Markt in der City hat mich selbst ein bisschen genervt: zu viel, zu bunt, zu laut, zu teuer – und gar nichts besonderes mehr.“ Konkurrenz wolle man dem großen Weihnachtsmarkt aber natürlich nicht machen. „In der Altstadt ist so viel Leben, aber es gibt keinen gemeinsamen Punkt, wo Gastronomen und Läden aus dem Stadtteil zusammenkommen können“, sagte Marco Tarsia aus dem „Cafe-Roller“-Team.

Das hat der Weihnachtsmarkt nun geändert: Der Weinladen „Grün der Zeit“ etwa bot Glühwein an, der Concept Store „Leb so“ Dekoration, Kleidung und Kunst. Es gab Meditationsbedarf von „3 Schätze“ und Pizza aus einem fahrbaren Steinofen. Auch Lisa Seiler hat sich beteiligt: „Das hier ist ein Bastelangebot für Erwachsene und Kinder“, sagte sie. Normalerweise bietet sie Näh- und Bastelkurse unter dem Namen „Made in Bonn“ an – nun saß sie umgeben von Kindern und einigen Erwachsenen auf dem Frankenbadplatz. „Die Besucher können hier Weihnachtskarten oder kleine Weihnachtsengel aus Papier basteln.“

„Ich finde gut, dass es nicht so voll ist wie in der Innenstadt“, sagte Besucher René Westfehling. Der 35-Jährige war mit seiner Freundin zum Weihnachtsmarkt gekommen. „Der Frankenbadplatz ist für die Altstadt ein wichtiger Sammelplatz und Treffpunkt.“ Auch Jeanette Adametz gefiel es, dass der Weihnachtsmarkt überschaubar ist: „Ich finde es heimelig, fast familiär. Das liegt sicher auch daran, dass die Veranstalter sich gegenseitig kennen, weil sie alle aus der Altstadt sind“, sagte die 35-Jährige.

Organisiert wurde der Markt allerdings recht kurzfristig: „Das ganze ist ja eher spaßgetrieben“, so Wiemer. “Wir hatten ganz unvermittelt gefragt, wer Lust hätte, sich zu beteiligen.“ Weil viele so schnell keinen eigenen Stand organisieren konnten, konnten sie ihre Waren an einem Gemeinschaftsstand anbieten.