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Unwetterbilanz in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis: Das Gewitter sorgt für zahlreiche Feuerwehreinsätze

Unwetterbilanz in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis : Das Gewitter sorgt für zahlreiche Feuerwehreinsätze

Gewitter und Sturmböen haben am Dienstagnachmittag für rund 50 Feuerwehreinsätze in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis gesorgt. In Bonn war wieder vor allem der Norden betroffen. Auf der Kölnstraße sicherte die Feuerwehr ein Hausdach. In Menden sorgten ausgefallene Ampelanlagen für Verkehrschaos.

Weitaus glimpflicher als am vergangenen Sonntag ist das Bonner Stadtgebiet beim Unwetter am gestrigen Nachmittag davongekommen. Die Bonner Feuerwehr musste zu rund 30 Einsätzen ausrücken. Vor allem in den nördlichen Stadtteilen und in Ippendorf entwurzelte der Sturm Bäume und riss Dachteile aus der Verankerung. Äste drohten auf Gehwege, Straßen oder geparkte Autos zu stürzen. Verletzt wurde niemand.

Schlimmes ließ zunächst ein Notruf aus der Kölnstraße vermuten. Dort sollte ein rund zehn Meter langes Dachteil auf Passanten herabgestürzt sein. Die Einsatzleitung konnte aber schnell Entwarnung geben. Das Dachteil hatte sich zwar gelöst und drohte abzustürzen, Personen kamen aber nicht zu Schaden. Die Einsatzkräfte setzten die Drehleiter ein, um die losen Dachteile provisorisch zu sichern. Dass der Rettungsdient dennoch in der Kölnstraße zum Einsatz kommen musste, lag an einem medizinischen Notfall, der mit den Folgen des Sturms nichts zu tun hatte.

Vor dem Unwetter kam es ab etwa 14.20 Uhr zu einer rund zweistündigen Fahrbahnsperrung in der Denglerstraße im Bad Godesberger Villenviertel. Dort drohte ein etwa eineinhalb Tonnen schwerer Ast auf die Straße herabzustürzen. Um ihn zu sichern, mussten Feuerwehr und Amt für Stadtgrün unter anderem mit einem Kran und einem Hubsteiger arbeiten. Zwei Autos mussten abgeschleppt werden.

Unwetterbilanz für den Rhein-Sieg-Kreis

Auch im Rhein-Sieg-Kreis mussten gestern mehrere Feuerwehren aus dem Kreisgebiet unwetterbedingt zu Einsätzen ausrücken. Im Vergleich zum Sonntag fiel das Aufkommen aber gering aus: Nur 20 Mal mussten die Wehrleute laut eines Mitarbeiters der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle bis um 19.15 Uhr tätig werden. Erneut vom Unwetter heimgesucht wurden vor allem Hennef, Ruppichteroth, Siegburg und Sankt Augustin. In erster Linie seien es aber nur „größere Äste“ gewesen, die es zu beseitigen galt.

Außergewöhnliche Zwischenfälle gab es in Hennef sowie Sankt Augustin: Dort waren die Einsatzkräfte bei einer aufwändigen Baumfällaktion sowie wegen mehrerer Blitzeinschläge gefordert. Wie Thomas Vitiello von der Hennefer Feuerwehr berichtete, hatten sich nach einem Sturz in Söven zwei große Bäume ineinander verfangen. Ihre Beseitigung machte ab etwa 19 Uhr eine mehrstündige Sperrung der Sövener Straße erforderlich.

In Sankt Augustin trafen Blitzeinschläge laut Feuerwehr-Sprecher Sascha Lienesch insgesamt drei Gebäude sowie einen Baum und zwangen die Wehrleute so zum Ausrücken.

Keinen Feuerwehreinsatz, aber ein Verkehrschaos löste auch ein Blitzeinschlag in die Ampelanlagen zwischen B56 und Einsteinstraße sowie der Abfahrt der A560 in Menden aus: Wegen des Ausfalls ging dort längere Zeit gar nichts mehr. Sperrungen durch die Polizei sorgten offenbar für zusätzliche Verwirrung unter den Autofahrern.

Zu mehreren Schrecksekunden führten Nachwehen des Unwetters dann noch gegen 20.30 Uhr bei Windeck: Auf der Bahnstrecke Köln-Siegen war bei Wiedenhof ein Baum auf die Gleise gestürzt und von einem Zug gerammt worden. Verletzt wurde dabei aber nach ersten Erkenntnissen niemand.