Kommentar zum Beueler Skatepark: In der Zwickmühle

Kommentar zum Beueler Skatepark : In der Zwickmühle

Das Projekt Skatepark in der ehemaligen Jugendverkehrsschule ist denkbar ungünstig gestartet. Denn mit ihrer vor einigen Monaten vorgetragenen Idee stieß die Stadt – wohl anders als gedacht – auf alles andere als Gegenliebe. Jetzt scheint es keinen Weg zu geben, wie die Verwaltung da wieder rauskommt, meint GA-Redakteur Richard Bongartz.

Vor allem die drei Bürgervereine aus Limperich, Küdinghoven und Ramersdorf fühlten sich übergangen und haben sich mittlerweile eine feste Meinung gebildet: Skater in der Beueler Rheinaue – nicht mit uns, lautet unterm Strich der Nenner.

Gegenseitiges Misstrauen sorgte von Anfang an für eine vergiftete Atmosphäre bei der Präsentation der Pläne für Rampen, Bowl und Pumptrack an dem angedachten neuen Jugendzentrum. Was die Szene sich für Bonn so wünscht, erschien nebensächlich. Die Skater haben zu Recht den Eindruck gewonnen, unerwünscht zu sein. Traurig.

Stellt sich die Frage, wovor die Bürgervereine tatsächlich Angst haben. Vor dem Neuen, vor der Veränderung? Es kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, die vor zwei Jahren geschlossene Verkehrsschule wieder zu eröffnen. Selbst der ADFC als Radexperte hält solche ein Übungsgelände, zu dem die Schüler aus ganz Bonn mit dem Bus hingefahren werden müssen, nicht mehr für zeitgemäß.

Die Stadt sollte den Gegnern der Parks noch einmal deutlich erklären, warum der Standort am Landgrabenweg so ideal ist. Denn die Argumente, warum die rechtsrheinische Rheinaue der geeignete Standort ist , hat die Bürgervereine noch nicht überzeugt. Sie haben den Eindruck, es werde nicht mit offenen Karten gespielt.

In dieser Situation werden die Skater im Moment zum reinen Zuschauer eines politischen Hickhacks, was bei ihnen nach all ihrem Engagement nur Frust erzeugen kann. Vielleicht sollten sie die Beueler mal zu ihrer Halfpipe einladen, damit sie die jungen Sportler einmal in Aktion sehen und kennenlernen.

In der Zwickmühle stecken jetzt aber vor allem die Politiker der Bezirksvertretung Beuel, die auf der einen Seite unter dem Einfluss der drei Bürgervereine stehen, aber auch den Jugendlichen etwas bieten wollen. Viel Zeit bleibt ihnen nicht, denn die Skater verlieren schon langsam den Mut.