Straßenzirkus Upsala in Beuel: Eine Welt voller Tischtennisbälle

Straßenzirkus Upsala in Beuel : Eine Welt voller Tischtennisbälle

Der junge Mann auf der Bühne öffnet eine unsichtbare Tür, die er gerade erst entdeckt hat. Was ist auf der anderen Seite? Scheinwerfer und Straßenlärm - erschrocken zieht er sich zurück. Aber er bleibt neugierig, und beim zweiten Anlauf entpuppt sich diese neue Welt als Ort voller Wunder - und Tischtennisbälle.

Fortan dreht sich in dieser Show des Straßenzirkus Upsala alles um den kleinen weißen Ball. Der junge Mann trifft auf andere Personen, gemeinsam wird jongliert, mal wird die Hauptfigur mittels eines großen Reifens selbst zum Ball, und auch das Titschen und Klicken fasziniert ihn: Er greift es auf, bildet zusammen mit den anderen ein Percussion-Ensemble. Das Ganze findet seinen Höhepunkt in einem wahren Tischtennisballregen.

"Der Ping-Pong-Effekt" ist die neueste Show des Straßenzirkus. Der war schon öfters auf Einladung des Vereins für Gefährdetenhilfe auf der Bühne im Jungen Theater Bonn in Beuel und begeisterte sein Publikum mit zwei Auftritten am Samstag. Direktorin Larisa Afanaseva und ihr Team hatten mit den jungen Artisten aus Sankt Petersburg ein verträumtes, sehr elegantes Spektakel eingeübt und dafür mit Dmitry Maximachev einen prominenten Komponisten gewinnen können.

"Das Stück ist entstanden, indem die Jugendlichen in einem Workshop etwas mit Ping-Pong-Bällen ausprobiert hatten", sagte Mitarbeiterin Daria Penzina. Daraus sei ein Rhythmus entstanden, aus dem Maximachev ein musikalisches Konzept entwickelte. Er war auch selbst in Beuel bei der Show und steuerte die Musik größtenteils live bei. Ein wichtiger Teil der Show sind auch die Lichteffekte, die den Artistik- und Musikzauber optisch untermalten.

"Es geht bei der Show darum, Grenzen auszutesten", erklärte Penzina. "Am Ende machen alle Artisten Türen auf und treten aus ihrem kleinen Universum in etwas Größeres, auch wenn sie nicht wissen, was sie erwartet." Das lasse sich auch auf das Leben der Beteiligten übertragen, die, so betonte Penzina, keine Straßen- oder Waisenkinder sind, sondern aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen.

Beim Publikum kam die Show sehr gut an. Der Straßenzirkus kann sich darauf verlassen, dass er immer Publikum hat: "Er hat schon einen kleinen Fankreis", so Penzina. In Russland ist der zeitgenössische Zirkus noch relativ unbekannt, aber er tourt gerne durch Deutschland, weil er sich hierzulande großer Beliebtheit erfreut.

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