Gottesdienst am Rhein und Reisesegen in Pützchen: Wortlos und eindrucksvoll

Gottesdienst am Rhein und Reisesegen in Pützchen : Wortlos und eindrucksvoll

Der Strom des Jordan wurde unterbrochen, als Josua das Volk Israel hindurch führte, die Bundeslade vorneweg.

Pantomime Rainer Kreuz brauchte nicht viel, um diese Szene aus dem Alten Testament darzustellen: Ein mit blauem Tuch überdeckter Holzstuhl stellte die Lade dar, ein Gestell mit einem blauen Laken den Fluss, den die Israeliten auf der Flucht vor ihren Verfolgern trockenen Fußes durchquerten.

Kreuz war von der evangelischen Gemeinde Beuel als Begleitung des Gottesdienstes am Rhein angesprochen worden. Ohne Worte stellte er gestern nach der Josua-Lesung auch die Geschichte aus dem Buch Sirach dar: Als Jesus Sirach staunte er über die Schöpfung, die er als Gott, auf einem Stuhl stehend, überblickte, und mit einem großen Tuch stellte er Gottes Segen dar, der "wie ein Strom" die Erde tränkt. Vor allem für die Kinder war das ein anschaulicher und zugleich lustiger Blick auf die Bibelgeschichten.

Der Pantomime-Auftritt war laut Kreuz ursprünglich der Plan B für die Veranstalter für den Fall, dass die Stadt keine Genehmigung zum Gebrauch von Lautsprechern gegeben hätte. Die kam, aber die Veranstalter fanden die Idee des "Spielers ohne Worte" so gut, dass er im Programm blieb. Die Organisatoren waren froh, dass der beliebte Open-Air-Gottesdienst dieses Mal auch tatsächlich im Freien bei Stromkilometer 652 gefeiert werden konnte: Im letzten Jahr muste man wegen schlechten Wetters kurzfristig in die Nachfolge-Christi-Kirche umziehen.

Dieses Mal blieb es vormittags trocken. Die Pfarrer Christoph Melchior und Christian Verwold nahmen im Lauf des Gottesdienstes auch sieben Taufen in fünf Familien vor. Kantor Hubert Arnold leitete die musikalische Begleitung durch den Posaunenchor "Blechlawine". Mit dem Abschlusssegen entließen die Pastöre die Gemeinde in die Ferienzeit.

Einen Segen unter freiem Himmel gab es auch in Pützchen: Auf den Marktwiesen fanden sich rund 80 Menschen mit ihren Fahrzeugen ein. Dort erteilte Pater Lawrence von den Karmelitern von Mary Immaculate (CMI) nach dem Gottesdienst in Sankt Adelheid den Reisesegen, damit die Beteiligten gut durch den Urlaub kommen. Der Pater war ein neues Gesicht: Der leitende Pater Thomas (CMI) hatte ihn als Gast eingeladen.

Für einen Euro pro Stück verteilten Angehörige des Pfarrausschusses St. Adelheid auch die SOS-Priesternotruf-Plaketten und den Notfallpass. Diese international bekannte SOS-Plakette besagt, dass der Betreffende nach einem Unfall bei Lebensgefahr einen Priester wünscht.