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Beueler Netzwerk für Jugendarbeit: Abenteuer Lernen macht Inklusion lebendig

Beueler Netzwerk für Jugendarbeit : Abenteuer Lernen macht Inklusion lebendig

„Bei Inklusion geht es nicht um die Integration von Menschen mit Behinderungen, sondern das selbstverständliche Miteinander aller Menschen“, sagt Ruth Dobrindt. Gemeinsam mit Geschäftsführerin Erika Luck-Haller vom Verein Abenteuer Lernen hat die studierte Geografin das „Forum Inklusion“ gestartet.

„Es gibt nicht viele inklusive Freizeitangebote in Bonn“, skizziert Dobrindt die Ist-Situation: „Wenn ein förderungsbedürftiges Kind bei uns oder einem anderen Akteur der Kinder- und Jugendarbeit vor der Tür steht, ist das eine besondere Herausforderung“, ergänzt Luck-Haller.

Solche Hindernisse müsse man ernst nehmen, damit Hemmnisse abgebaut werden könnten und sich jeder willkommen fühle, meint sie. Inklusion bedeute eben oft, auch erst einmal herauszufinden, ob ein Kind oder ein Jugendlicher überhaupt weitergehende Hilfe benötige.

Diese Situation zu ändern sei der Ansatz zum Projektstart gewesen. Seither haben die beiden engagierten Frauen mit dem Verein Brücke-Krücke und der Behinderten-Gemeinschaft Bonn das „Forum Inklusion lebendig machen“ ins Leben gerufen und sich damit bei der Aktion Mensch um Förderung bemüht.

Seit Anfang des Jahres wird das auf drei Jahre angelegte Projekt nun von Aktion Mensch teilfinanziert und soll die inklusiven Freizeitangebote im Bonner Raum stärken und vernetzen. Auch die Stadt Bonn ist als Unterstützerin mit im Boot.

Gleich neben dem Büro der beiden Projektleiterinnen spielen Kinder. „Dies ist eine inklusive Gruppe, auch wenn das nicht immer gleich sichtbar ist“, so Luck-Haller. Einige der Mädchen und Jungen benötigten nämlich besondere Aufmerksamkeit: „Die Gründe können sowohl psychische als auch soziale Ursachen haben“, sagt Dobrindt.

„Da gibt es zum Beispiel ein Kind, das gar nicht zu uns kommen könnte, wenn es nicht jeden Tag von uns abgeholt und wieder nach Hause gebracht würde“, erläutert sie den Fall eines Jungen, dessen Eltern beide eine Behinderung haben.

Im Zentrum des Projekts stehen Vernetzung und Austausch. Folglich sind eine Reihe von Fachtagungen und Fortbildungen geplant: Die erste wird am 12. Mai unter dem Titel „Inklusion konkret“ in den Räumen von Abenteuer Lernen auf dem Gelände der Beueler Tapetenfabrik stattfinden. Wie realisiere ich ein inklusives Angebot in der Kinder- und Jugendarbeit? So lautet dabei die Frage, die Dobrindt auf der Tagung diskutieren will.

„Angesprochen sind alle Interessierten, die inklusive Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche durchführen oder das demnächst anstreben. Das können Einrichtungen der offenen Jugendarbeit sein, offene Ganztagsschulen, Vereine oder Interessierte aus Politik und Verwaltung“, erklärt die Projektleiterin.