Amerikanische Siedlung in Plittersdorf: Verdruss über Stillstand bei Club und Kindergarten

Amerikanische Siedlung in Plittersdorf : Verdruss über Stillstand bei Club und Kindergarten

Der Freundeskreis des historischen Viertels in Plittersdorf traf sich zur Jahreshauptversammlung. Ein Thema ist die Bepflanzung. Vorstand bleibt unverändert im Amt.

Anstatt wie sonst üblich einem Vortrag zu lauschen, wollte man sich diesmal lieber gleich über aktuelle Fragen und die Bedeutung des Denkmalschutzes für die Amerikanische Siedlung austauschen: Die Mitglieder des eingetragenen Vereins „Rettet die Amerikanische Siedlung Plittersdorf“, kurz R.A.S.P., hielten am Freitagabend im Keller der Stimson Memorial Church ihre jährliche Mitgliederversammlung ab. Neben der Entlastung des alten und der Wahl eines neuen Vorstands sowie der Vorstellung der neuen Internetseite stand das persönliche Gespräch im Mittelpunkt.

Man habe zwar keine Beschlüsse im engeren Sinn gefasst, erzählte Schriftführer Stefan Wolter nach der Versammlung. Dafür habe man die Gelegenheit genutzt, sich über wichtige Punkte auszutauschen. Nach den vorerst abgewendeten Nachverdichtungsplänen seitens der Wohnungsgesellschaft Vebowag, der noch immer ein Großteil des Areals und viele Gebäude gehören, sei der Verfall des Kindergartengebäudes weiterhin der größte Aufreger: Skandalös findet zum Beispiel der langjährige US-Auslandskorrespondent Don F. Jordan den Umgang der Gesellschaft mit dem alten Kindergarten an der Kennedyallee, in dem zuletzt 50 Mädchen und Jungen aus 40 Nationen in englischer Sprache betreut wurden. Die Einrichtung war vor einem Jahr geschlossen worden und steht seither leer. Auch dass der denkmalgeschützte ehemalige American Embassy Club nach wie vor dem Verfall preisgegeben bleibt, ist vielen ein Ärgernis.

Diskussion über Bepflanzung des Areals

Neben diesen zentralen Themen wurde aber auch über die Bepflanzung des Areals diskutiert: Das Gelände, das in den Anfangsjahren fast ohne Grün auskommen musste, hat sich im Laufe der Jahre in einen Park verwandelt, in dem sich auch in Form geschnittene Eiben finden. Die gehörten aber nicht zum ursprünglichen Bestand der Grünanlagen, wie sie die Architekten ursprünglich im Auge hatten, und eine im Vorfeld der Versammlung durchgeführte Online-Umfrage bei den Mitgliedern hatte ein geteiltes Ergebnis gebracht: Genau jeweils die Hälfte befürworteten eine Entfernung beziehungsweise den Erhalt der Nadelbäume. Man könne sie ja zunächst stehen lassen, und im Bedarfsfall später entfernen, wenn das in Hinblick auf den Denkmalschutz sinnvoll erscheine, zeigten sich die Anwesenden schließlich kompromissbereit.

Nach der Diskussion stellte Wolter den Mitgliedern noch kurz die aktuellen Projekte des Vereins vor: Die reichen von der Überarbeitung der Homepage, die jetzt auch auf englisch zu lesen ist, über einen Tischkalender, dessen Verkaufserlöse der Vereinsarbeit zugute kommen sollen, bis zur Ankündigung des Sommerfestes am 24. Juni und weiteren Terminen.

Der Vorstand wurde übrigens fast unverändert wiedergewählt: Rolf Fischer, der aus Gesundheitsgründen nicht persönlich vor Ort war wurde als Vorsitzender, Udo Schmitz als sein Stellvertreter und Stefan Wolter als Schriftführer bestätigt. Neu im Amt ist Kassenwartin Dominique Dornberger, die Jeanette Dormagen nach ihrem Umzug ablöst. Die Plittersdorfer Siedlung entstand ab Februar 1951 für die Bediensteten der amerikanischen Hochkommission (HICOG); wegen seiner herausragenden städtebaulichen Bedeutung wurde das Siedlungsensemble im Jahr 2000 erstmals unter Denkmalschutz gestellt.

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