Stadt sieht keinen Bedarf: Heiderhof bekommt wohl keinen Kunstrasenplatz

Stadt sieht keinen Bedarf : Heiderhof bekommt wohl keinen Kunstrasenplatz

Die Zeichen für den Sportplatz auf dem Heiderhof stehen schlecht: Weil die Entwässerungsanlage so schwer beschädigt ist, dass sie für viel Geld saniert werden muss, will die Stadt auch den Umbau zum Kunstrasenplatz auf Eis legen.

Die Zurückhaltung der Stadt bedeutet zudem, dass die Sanitär- und Umkleidegebäude außer Betrieb genommen werden. Das so gesparte Geld soll dem Sport auf dem Brüser Berg zugute kommen, wo der Platz am Schießstandweg einen Kunstrasen erhalten soll.

Dieses Vorgehen hat die Verwaltung in eine Beschlussvorlage gepackt, die am 2. April der Sportausschuss behandelt. Nach weiteren Gremien soll der Hauptausschuss in seiner Sitzung am 27. Juni eine endgültige Entscheidung fällen.

Die Schließung des Platzes Heiderhof war vor ein paar Jahren schon einmal im Gespräch, bis der Umbau mit Kunstrasen beschlossen wurde – alles im Sinne der Modernisierung der Bonner Sportplätze. Allerdings gibt es mittlerweile keinen Sportverein mehr auf dem Plateau über Bad Godesberg. „Der Platz wurde zuletzt nur noch vom Fußballverein Al Hilal genutzt, der inzwischen in den für die Vereinsmitglieder besser erreichbaren Sportpark Pennenfeld umgezogen ist“, teilt die Stadt mit. Zudem hätten Vereine dort gespielt, deren Plätze gerade mit Kunstrasen ausgestattet wurden. „Für eine dauerhafte Nutzung für den Fußballsport gibt es nach Ansicht der Sportverwaltung aktuell und auch perspektivisch keinen Bedarf“, heißt es. Bereits 2015 sah Al Hilal als einen Grund für die schlechte Belegung auf dem Heiderhof, dass sich Platz und sanitäre Anlagen in einem „katastrophalen Zustand“ befänden.

Entwässerungsleitung ist aus den 1970 Jahren

Wie schlecht es um die Entwässerung von Platz und Umkleiden steht, kam bei der Planung der Umbauarbeiten heraus: So versickert das Wasser nicht, der nächste Kanal am Philosophenring liegt dreieinhalb Meter höher als der Platz. So wäre bei einem Anschluss eine Hebeanlage nötig. Die 250 Meter lange Entwässerungsleitung nach Lannesdorf aus den 1970er Jahren „ist augenscheinlich defekt“, so das Sportamt. Das gelte auch für das ohnehin zu kleine Regenrückhaltebecken.

So rechnet die Verwaltung mit Reparaturkosten von rund 650.000 Euro – inklusive Gutachten sowie Architekten- und Ingenieurleistungen. Das Rückhaltebecken sei in der Rechnung noch nicht enthalten. Allein der Umbau zum Kunstrasenplatz würde dann noch einmal mit 920.000 Euro zu Buche schlagen, „sodass mindestens 1,57 Millionen Euro für die Sanierungsmaßnahme am Sportplatz aufgewendet werden müssten“, so die Stadt. Man wolle nun mit den Akteuren vor Ort – Anwohner und Bürgerverein – eine Nutzungskonzeption für den Sportplatz entwickeln.

Entsprechend mehr soll nun in den zweiten Platz auf der Sportanlage Brüser Berg am Schießstandsweg investiert werden, um dort eine Fläche für American Football und Fußball herzurichten. Die könnte dann der Verein Gamecocks nutzen, es gibt nach Auskunft der Verwaltung schon Gespräche.

Die haben mit dem Bürgerverein Heiderhof allerdings noch nicht stattgefunden. Dort hatte man bisher „keine Kenntnis von der städtischen Vorlage“, teilte die Vorsitzende Barbara Hopmann am Dienstag auf Anfrage mit. Deshalb könne der Bürgerverein „in dieser für den Heiderhof so wichtigen Angelegenheit hierzu so kurzfristig keine Stellungnahme abgeben“. Man müsse sich erst die vollständige Vorlage der Stadt ansehen und sich mit dem Sachverhalt auseinandersetzen.

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