Messe in Bad Godesberger Stadthalle: Tausende bei 21. Rad- und Freizeitmesse des ADFC

Messe in Bad Godesberger Stadthalle : Tausende bei 21. Rad- und Freizeitmesse des ADFC

Tausende von Zweiradfans pilgerten am Sonntag in die Bad Godesberger Stadthalle, um die größte Radreise- und Freizeitmesse in NRW zu besuchen. Rund 100 Aussteller aus sechs Ländern präsentieren auf der ADFC-Rad-Reisemesse in Bonn Urlaubsziele in der ganzen Welt.

Es dürften an die 4000 Besucher gewesen sein, die am Sonntag in der Stadthalle die 100 Aussteller aus sechs Ländern auf der 21. ADFC-Reisemesse Rad und Freizeit besucht haben. Auf 2200 Quadratmetern Ausstellungsfläche wurden von den Radsportinteressierten unzählige Prospekte und Karten eingesammelt, die Geschmack auf den Besuch von Urlaubszielen in Deutschland und vielen Teilen der Welt machten. Tourismusvertreter von Regionen und Ländern informierten umfassend über Details von Radwegen, Sehenswürdigkeiten und Übernachtungsmöglichkeiten. Zudem zeigten einige Fahrradhersteller und -händler ihre neuesten Modelle; Ausstatter boten von Fahrradbekleidung über Navigationsgeräte bis hin zu Packtaschen und Zubehör vieles zu attraktiven Messepreisen an.

„Wer mit seiner Familie oder seinem Freundeskreis auf Tour gehen will, der konnte auf der Messe viele neue Ziele und Anregungen finden, womit die kommende Radsaison schon gerettet ist“, sagte Messechef Hans Peter Müller vom ADFC Bonn/Rhein-Sieg. Viele deutsche und europäische Regionen, die sich ganz auf den boomenden Radtourismus eingestellt haben, waren präsent. Erstmals vertreten war dabei das Weinviertel aus Österreich, das nicht nur mit seiner Lage an der Donau und vor den Toren Wiens punktet, sondern auch mit dem Iron Curtain Trail: Der Radweg verläuft auf der Grenze des ehemaligen Eisernen Vorhangs zwischen Österreich und Tschechien.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Bonn

„Bei uns liegen die Bahnradwege voll im Trend“, freute sich Annette Rath vom Jugendherbergswerk Rheinland als Partner der Messe. Von vielen der 34 Jugendherbergen im Rheinland (29 davon ADFC-zertifiziert) sind die ehemaligen Bahntrassen im Bergischen Land ebenso zu erreichen, wie der Vennbahnradweg, der von Aachen bis nach Luxemburg führt. Durch die stete Zunahme von E-Bikes und Pedelecs, die natürlich auch auf der Messe präsent waren, erweitert sich der Radius von geplanten Touren enorm. „Mit dem E-Bike bin ich wieder aktiver geworden“, sagte der 70-jährige Besucher Gerd Ratsmann aus Lohmar, der inzwischen regelmäßig Touren bis zu 100 Kilometern am Tag fährt. So wie der agile Senior aus Lohmar waren viele Messebesucher zu den „Golden Agern“ zu zählen, die mit dem E-Bike das Fahrrad wiederentdeckt haben.

„Wir sind ja auch die erste Rentnergeneration, denen es so gut geht, dass wir ständig unterwegs sein können“, bestätigte auch Birgitta Reimers (66) aus Bonn. Alle Hände voll zu tun hatte Hans Roder vom Team des Fahrradbeauftragten aus Köln. Mit einer Kollegin packte er unentwegt 16 einzelne Flyer zu Tourenvorschlägen rund um Köln in Tragebeutel, die den beiden förmlich aus den Händen gerissen wurden.

Etwas ruhiger ging es dagegen bei einem Veranstalter aus Berlin zu, der nicht nur Gruppenradreisen durch China, sondern für 12.000 Euro auch eine geführte Radreise um die ganze Welt anbieten konnte. Auf dem Blog www.weltweit.bikelassen sich tägliche Reiseberichte der Radfahrer nachlesen, die seit April 2018 unterwegs sind und nach etwa 800 Tagen im Juni 2020 in Berlin zurückerwartet werden. „Es sind auch Teilstrecken buchbar“, ergänzte Karl Schirlings von „China by Bike“ schmunzelnd. Stände, an denen Radreisen durch die kanadischen Rocky Mountains, durch die Wildparks in Afrika oder auch auf kulinarischen Pfade durch die Toskana oder entlang der Amalfiküste angeboten wurden, waren bis hin zu einer Opernreise zur Mailänder Scala umlagert.

„Mir sind hier zu viele Reisen und zu wenig Technik“, bemängelte Gebhard Diehl (55) aus Meckenheim, der gerne mehr Produkte und Innovationen auf der Messe kennengelernt hätte, die es nicht in jedem Fahrradgeschäft zu sehen gebe. Wahrscheinlich hatte er den „Velospeeder“ noch nicht entdeckt, der aus jedem Fahrrad mit Hilfe zweier kleiner Reibradmotoren, die ähnlich wie Dynamos an die Felge geklappt werden, ab etwa 1500 Euro ein Elektrofahrrad werden lässt.

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