Lehrkräfte gesucht: Godesberger Haus der Familie braucht ehrenamtliche Lehrer

Lehrkräfte gesucht : Godesberger Haus der Familie braucht ehrenamtliche Lehrer

Die Familienbildungsstätte sucht mehr ehrenamtliche Lehrkräfte, die Schüler unterstützen. Wegen steigender Nachfrage reichen die Kapazitäten nicht mehr aus.

Für Kinder mit Migrationshintergrund bietet das Haus der Familie eine besonders kostengünstige und individuelle Hausaufgabenhilfe an. Mit positiver Resonanz: Das Betreuungsangebot hat sich herumgesprochen und nun möchten mehr Eltern das Angebot für ihre Kinder wahrnehmen. Die Kapazität der Lehrkräfte reicht jedoch nicht aus, und so gibt es bereits eine Warteliste für neue Schülerinnen und Schüler. Aus diesem Grund sucht das Haus der Familie jetzt neue Lehrkräfte.

Die Betreuung in der Friesenstraße 6 gibt es schon seit zwölf Jahren. Die Idee zur Nachhilfe ist von einer Schülerin afrikanischer Herkunft inspiriert. Als diese spontan ins Haus der Familie kam und um Hilfe für ihre anstehende Mathematikprüfung bat, entstand anschließend eine regelmäßige Hausaufgabenhilfe für Schüler aus Familien mit Migrationshintergrund.

Nachhilfe in Mathematik und Deutsch

Zurzeit helfen die Ehrenamtlichen 35 Kindern aus Ländern wie Marokko, Tunesien oder Syrien. Die zwölf Lehrkräfte sind meist pensionierte Lehrerinnen und Lehrer. „Wir haben gerade zwei Lehramtsstudentinnen eingestellt, brauchen aber noch drei bis vier weitere Nachhilfelehrer. Diese müssten keineswegs Fachkräfte sein, sondern nur pädagogische Kenntnisse und Spaß am Lehren haben“, sagte Katja Unger, Pressesprecherin im Haus der Familie. Die Betreuung folgt dem Konzept einer Starthilfe für Schüler von der ersten bis zur achten Klasse.

Zwei der Schüler sind Eylül, die in der zweiten Klasse ist, und der Viertklässler Anas, die konzentriert bei der Sache sind. Während des einstündigen Unterrichts verbessern sie ihr Deutsch, was den Schwerpunkt im Nachhilfeprogramm darstellt. Auch Mathematik und andere Sprachen werden geübt.

Den Schülern werden Zweifel genommen

Die Ehrenamtler tun aber noch mehr: Sie wollen den Schülern auch Zweifel nehmen, wenn sie sich aufgrund ihrer mangelnden Deutschkenntnisse schämen oder Versagensangst haben. Auch an die Allgemeinbildung wird immer wieder angeknüpft. „Wir helfen den Kindern individuell, am liebsten hätten wir auch eine 1:1-Betreuung. Das ist aufgrund des Lehrermangels leider nicht mehr möglich“, sagte Ulrike Kliesow, eine der ehrenamtlichen Pädagoginnen.

Im Haus der Familie, dem Bildungszentrum in Trägerschaft der evangelischen Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg, herrscht eine Atmosphäre des Zusammenkommens. „Ich finde, dass es auch die Funktion einer Begegnungsstätte hat. Man macht hier neue Bekanntschaften und das Haus hat eine heimelige Wärme. Auch aus diesem Grund gebe ich gerne Nachhilfe“, sagte Ulrich Klein, der sonst im Vertrieb arbeitet.

Wer sich für das Ehrenamt im Haus der Familie interessiert, meldet sich per Mail an info-hdf@ekir.de oder bei Ulrich Klein, 01 70/5 64 52 75.

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