Kommentar zum Leitbildprozess in Bad Godesberg: Die Leute wachrütteln

Kommentar zum Leitbildprozess in Bad Godesberg : Die Leute wachrütteln

Der Verlauf des Leitbildprozesses in Bad Godesberg mag für manche enttäuschend sein. Gerade deshalb sollte mehr Werbung für die Beteiligung gemacht werden, findet Richard Bongartz.

Die Ankündigung der Stadt, bei der zweiten Konferenz den Bürgern den ersten Entwurf eines Leitbilds vorzustellen, hat viele Erwartungen geweckt. Wer nach den vielen Ideen und Vorschlägen der ersten Runde nun damit gerechnet hat, über konkrete Vorschläge abzustimmen, wurde enttäuscht.

Die Stadtplaner, die das Projekt begleiten, legten den Besuchern einen dicken Fragebogen vor, der als Wunschkonzert oft eigentlich nur eine Antwort zuließ. Beispiele: Wer wünscht sich nicht eine Belebung der Innenstadt durch Außengastronomie, wer wäre gegen eine familien-, jugend- und seniorenfreundliche Innenstadt und wer gegen mehr Barrierefreiheit?

So wenig motivierend er nun gewesen sein mag: Dies war der notwendige Schritt, um Hunderte verschiedene Vorschläge erst einmal zu sortieren und unter Oberthemen auf einen Nenner zu bringen. Wenn es im Herbst nun konkreter wird, etwa beim Wandel der City, sollte das gut vermittelt werden, damit die Stadthalle noch einmal voller wird.

Überhaupt täte noch mehr Werbung dem Prozess gut. Die Steuergruppe aus Köln hat schon angekündigt, dass sie mehr auf einzelne Haushalte zugehen will. So mancher Godesberger muss noch wachgerüttelt werden, dass er die Zukunft seines Stadtbezirks mitbestimmen kann und soll.

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