Bad Godesberger Vereine: Heiderhofer Netzwerk träumt von eigenem Treffpunkt

Bad Godesberger Vereine : Heiderhofer Netzwerk träumt von eigenem Treffpunkt

Heiderhofer Netzwerk hofft, ein Ladenlokal im Einkaufszentrum nutzen zu können. Die Initiative startet ihre Arbeit mit einem Fußballspiel.

Zeitgleich zum WM-Viertelfinale England gegen Schweden sind am Samstagnachmittag auch im Heiderhofer Stadion die Bälle durch die Luft gezischt. Klein-Miriam im Deutschland-Trikot versuchte, am größeren Greg und an Yukio vorbeizudribbeln. Teamkollege Teyler, der der Hitze wegen schon das Trikot ausgezogen hatte, stand bereit, einen butterweichen Pass zu verwerten. Was seine Mutter Andrea Ainine-Suazo, die in Gregs Team aushalf, sanft zu verhindern wusste. Am Ende machte Gregs „Heiderhofer Gang“ denn auch das Team „White and Black“ von Miriam und Teyler mit sieben zu zwei Toren platt. Der Stimmung an der Stadionhütte, wo Eltern schon Decken mit Erfrischungsgetränken ausgelegt hatten, tat dieser hohe Endstand jedoch keinen Abbruch. „Das Match war ein gelungener Start unserer Initiative Heiderhofer Wohnzimmer“, meinten Ainine-Suazo und Tamara Petrovic zufrieden und vergaben den Überraschungspreis aus Malkreiden und Stickern an die Kinder.

Die beiden jungen Frauen haben sich im Mütternetzwerk „Heiderhofer Mamis“ kennengelernt und bei den Herzenssprechstunden des Generationennetzwerks Bad Godesberg im Haus auf dem Heiderhof Kontakt zu weiteren Aktiven im Ortsteil geknüpft (der GA berichtete). „Dort wurde uns klar, dass der Ortsteil reich an Kulturen und Vereinen ist, dass aber offenbar die meisten nur nebeneinander aktiv sind“, erläuterte Petrovic. „Das wollen wir mit momentan zehn Aktiven ändern. Wir wollen beim Vernetzen helfen.“ Zudem habe sie im Bürgerdialog erfahren, dass auf dem Heiderhof die ganz Alten, aber vor allem auch die ganz Jungen in der Überzahl sind, ergänzte Andrea Ainine-Suazo. Sie beobachte in der Nachbarschaft jedoch, dass sich eine ganze Reihe gerade älterer Bewohner wohl einsam fühlten. „Wir wollen der Anonymität und sozialen Spannungen entgegenwirken.“

Initiative für mehr offene Treffen

Deshalb wolle die Initiative mehr offene Treffen wie die Herzenssprechstunden organisieren, wo auch Jung und Alt zwanglos zusammen kämen. „Regelmäßig planen wir jetzt also Aktivitäten, bei denen man wieder lernt, voneinander zu profitieren. Im Wohnzimmer geht es nicht um ein Nebeneinander, sondern um ein Miteinander“, betonen beide jungen Frauen.

Man stehe also in keiner Konkurrenz zu anderen Gruppen in Kirchengemeinden oder zu Vereinen, sondern suche ganz bewusst die Kooperation, übrigens gerne auch im Nachbarortsteil Muffendorf, meinte Petrovic. Mit dem Heiderhofer Bürgerverein stehe man in gutem Kontakt, mit dem Karnevalsverein Freibeuter ebenso. Kürzlich habe man sich fruchtbar mit Hergard Nowak vom Generationennetzwerk ausgetauscht.

Und wie kommt es zum Initiativennamen Wohnzimmer? „Unser Traum ist es, als reine Ehrenamtlichengruppe im Einkaufszentrum ein bislang leerstehendes Ladenlokal als wirkliches Wohnzimmer kostenfrei zur Verfügung gestellt zu bekommen“, antwortet Petrovic. Ein offener Treffpunkt mit festen Öffnungszeiten und flexibler Nutzung für Veranstaltungen wäre „wunderbar“ für alle Gruppierungen des Ortsteils.

Eine tolle Idee, urteilte auch Jessica Schneider, die als Spielermutter am Samstag im Stadion erstmals zur Initiative hinzugestoßen war. „Bei Veranstaltungen wie der heutigen machen wir gerne mit.“ Auf dem Heiderhof lebe man mit kleinen Kindern sehr gut: Grundschule, Kindergärten, Tennis- und Sportplätze, Geschäfte, Ärzte: Alles sei da. „Und wir erleben auch, dass die älteren Bewohner sehr lieb auf Kinder reagieren.“ Genau dieses friedliche Zusammenleben von Generationen und Kulturen wolle ihre Initiative auch weiter fördern, sagte Tamara Petrovic.

Kontakt über hw.godesberg@gmail.com