Nach dem Brand: Notfallbetrieb im Waldkindergarten birgt Probleme

Nach dem Brand : Notfallbetrieb im Waldkindergarten birgt Probleme

Im Waldkindergarten in Rheinbach stehen nach dem Brand der Bauwagen Aufräumarbeiten an. Zahlreiche Bürger zeigen große Spendenbereitschaft.

Von Normalität ist der Betrieb im Waldkindergarten noch ein ganzes Stück entfernt. Nach dem verheerenden Brand zweier Bauwagen am vergangenen Wochenende ( der GA berichtete) arrangieren sich die 38 Kinder und ihre Erzieherinnen mit der Situation. Doch dabei tauchen immer wieder neue Probleme auf. Während die Aufräumarbeiten organisiert werden, ist bereits eine Spendenwelle angelaufen. Private Unterstützer, Vereine und Rheinbacher Firmen möchten den Brombeerwichteln und den Waldmeistern helfen.

Es sei „doch schwieriger, als wir es uns ausgedacht haben“, beschreibt David Chakrabarty, der erste Vorstand der Elterninitiative Waldkindergarten Rheinbach, den Notfallbetrieb. Es war abzusehen, dass der Fuchsbau-Wagen, in dem die Brombeerwichtel bei Kälte oder Regen Unterschlupf finden sollen, eng werden würde. Der kleine Bauwagen ist für einen derartigen Betrieb nicht ausgelegt. Die Heizung verursache Probleme, es werde kurzfristig viel zu heiß, die Lüftung sei schlecht. Außerdem fehle die Fläche, wo vorher Jacken und Taschen bei Regen abgestellt werden konnten. Nun müssen diese Dinge unter dem kleinen Vordach des Fuchsbaus gelagert werden. Ein ziemliches Chaos, aber Chakrabarty betont: „Die Kinder machen super mit.“

Es wird auch noch eine Weile dauern, bevor der normale Betrieb weitergehen kann. Zunächst müssen die zerstörten Bauwagen entsorgt werden. Auch das ist schwerer als erwartet. Der ganze Schutt ist Sondermüll, sogar das Erdreich muss anschließend abgebaggert und entsorgt werden. „Da kann durch das Löschwasser Dämmwolle eingedrungen sein“, erklärt Chakrabarty. Immerhin kann der Waldkindergarten hier auf Hilfe zählen. Für einen Abraumcontainer, einen Bagger und für die Arbeiten gibt es bereits Sponsoren, Eltern packen am Wochenende überall mit an.

55.000 Euro für Bauwagen benötigt

Auch viele Geschäftsleute in Rheinbach möchten ihren Beitrag leisten. Einige, wie die Metzgerei Merzbach, stellen Spendendosen auf. Im Bettenstudio Arentz gehen fünf Prozent jedes Auftrages bis zum Jahresende an die Initiative. Inhaber Winfried Arentz sagt dazu: „Wir sollten alle an einem Strang ziehen.“ Eine ähnliche Aktion bietet Gummibärchenproduzent Daniel Gunnar Seiler. Bei ihm gibt es noch spezielle Mischungen, die zugunsten des Kindergartens verkauft werden. Die Freunde des TV Rheinbach Handball versprachen über Facebook, die Einnahmen des Thekenverkaufs bei den kommenden Heimspielen zu spenden. Weitere Unterstützer hoffen die Eltern der Initiative mit Flyern und Plakaten zu gewinnen.

Dass viel Geld benötigt wird, war schon kurz nach dem Brand abzusehen. Da setzte man die Anschaffungskosten von vor drei Jahren an. Unterdessen weiß Chakrabarty: „Die Preise haben sich deutlich erhöht.“ So müssen die Heizungen neue Standards erfüllen, was sie fast doppelt so teuer macht. Etwa 55.000 Euro werden allein für einen großen Bauwagen benötigt. Den kleineren Materialwagen, so hoffen die Betroffenen, könne man durch ein gebrauchtes Modell ersetzen. Die Zeit bleibt ein anderer Faktor. Im besten Fall wäre ein kleiner Wagen im Dezember da und im neuen Jahr einsatzbereit. Ein großer Bauwagen wird wohl erst in einigen Monaten einsatzfähig sein. Dass der Betrieb weitergehen kann, verdankt der Waldkindergarten auch dem Dr. Dawo-Heim, das einen Raum zur Verfügung stellt.

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