Kommentar zum Vandalismus: Problem ist nicht gelöst

Kommentar zum Vandalismus : Problem ist nicht gelöst

Der Gottfried-Velten-Platz in Heimerzheim hat sich zu einem Treffpunkt für Jugendliche entwickelt. Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner hat nun ein Aufenthaltsverbot nach 22 Uhr für den Platz verhängt. Das löst indes nicht das Problem, meint GA-Redakteur Hans-Peter Fuß.

Das haben sie nun davon, könnte man sagen. Weil alle Appelle an die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, in den Abend- und Nachtstunden Rücksicht auf die Anwohner des Gottfried-Velten-Platzes in Heimerzheim zu nehmen, nicht auf fruchtbaren Boden fielen, hat Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner den Platz jetzt nach 22 Uhr gesperrt. Heißt: Wer sich dennoch dort aufhält, kann ohne weitere Begründung vom Platz verwiesen werden.

Diese Maßnahme kann – wenn sie befolgt beziehungsweise konsequent von Polizei und Ordnungsdienst kontrolliert wird – den geplagten Anwohnern die gewünschte Nachtruhe verschaffen. Doch damit ist das grundsätzliche Problem nicht gelöst. Denn die jungen Leute werden sich andere Treffpunkte suchen. Konflikte an anderer Stelle sind programmiert. Junge Leute wollen sich treffen. Auch außerhalb der Öffnungszeiten der offenen Tür im Alten Kloster. Auch am späten Abend. Auch außerhalb des Kontrollblicks von Erwachsenen. Das ist nachvollziehbar und war in jeder Generation so. Auch in der Generation derer, die sich jetzt – überaus nachvollziehbar – beschweren.

Was aber bei allem Verständnis für das Bedürfnis der Jugend, ihr eigenes Leben zu leben, nicht geht, ist der mangelnde Respekt gegenüber denjenigen, die nachts schlafen wollen. Und gegenüber denjenigen, die den Müll wegräumen. Es kann nicht sein, dass der 80-jährige Ortsvorsteher den von 18-Jährigen zurückgelassenen Unrat beseitigt. Offenbar haben manche Eltern in der Erziehung ihrer Sprösslinge falsche Schwerpunkte gesetzt.

Die Polizei muss sich die Frage stellen, warum die Ruhestörungen auch nach einem Dutzend von Einsätzen nicht aufhören. Ist die Art der Ansprache nicht deutlich genug? Wurden Personalien festgestellt? Wurden im Wiederholungsfall Konsequenzen angekündigt?

Eine ländliche Gemeinde wie Swisttal ist nicht in der Lage, in Sachen Freizeitangebot für Jugendliche mit Städten wie Rheinbach oder gar Bonn zu konkurrieren. Ein Schritt in die richtige Richtung ist es aber dennoch, jetzt die offene Jugendarbeit auszuweiten. Und es sollte ein Ort gefunden werden, an dem die Jugendlichen am Wochenende auch mal bis in die Nacht feiern können, ohne die Nachbarn um den Schlaf zu bringen.

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