Hochwasserrückhaltebecken im Broichpark: Freie Wähler wollen den Bau verhindern

Hochwasserrückhaltebecken im Broichpark : Freie Wähler wollen den Bau verhindern

Der mögliche Verlust des Broichparks in der Ortsmitte von Alfter zugunsten eines Hochwasserrückhaltebeckens wächst. Nach FDP, CDU und Grünenratsherr Robert de la Haye haben sich auch die Freien Wähler gegen diesen Standort ausgesprochen.

Er wird im "Konzept zur Minimierung der Überschwemmungsgefahr für die Ortslage Alfter" von den Ingenieuren vorgeschlagen, die den Bau von vier Hochwasserrückhaltebecken für erforderlich halten.

Das Becken im Broichpark soll ein Speichervolumen von 5400 Kubikmetern haben; die etwa 4000 Quadratmeter Grünfläche mit Bachläufen, Teich und altem Baumbestand ginge den Bürgern dann verloren. Die Freien Wähler wollen eine Änderung des Konzeptes auf der Tagesordnung der kommenden Ratssitzung am Dienstag, 1. Oktober, sehen. Der Broichpark solle aus den Planungen herausgenommen und das Ingenieurbüro mit der Erarbeitung von Alternativen beauftragt werden. "Alle Optionen, den Broichpark zu erhalten, müssen offen geprüft werden", fordern die Freie Wähler.

Dabei solle auch untersucht werden, ob im Flächennutzungsplan ausgewiesene Wohnbauflächen herausgenommen oder alte, nicht mehr zeitgemäße Bebauungspläne in Alfter aufgehoben werden können. Denn bei den Berechnungen für die Zahl und Größe der Hochwasserrückhaltebecken seien auch die noch unbebauten Flächen einbezogen worden. Unabhängig davon solle das Hochwasserschutzkonzept für Alfter nach Ansicht der Freien Wähler zügig umgesetzt werden. "Die Situation der Betroffenen ist dramatisch."

Unterdessen haben die Broichpaten, die seit 2008 diese Grünanlage zwischen dem Alfterer Ortskern und Olsdorf ehrenamtlich pflegen und säubern, eine Unterschriftensammlung zum Erhalt des Parkes gestartet. Sie setzen ihre Hoffnung auf die Aussage der Ingenieure, dass beim Wegfall eines der vier geplanten Becken neue Berechnungen für die Dimensionierung der übrigen Becken angestellt werden müssen, um die gewünschte Schutzwirkung zu erzielen.

"Damit ist für uns Broichpaten klar, dass auf das Hochwasserrückhaltebecken Broichpark verzichtet werden kann. Für neue Berechnungen fallen zwar zusätzliche Kosten an, ihnen steht aber der Erhalt des Parks gegenüber."

Die ehrenamtlichen Broichpaten bilden seit Anfang des Jahres eine eigene "Arbeitsgruppe Wasser" im Förderverein "Haus der Alfterer Geschichte" und beteiligten sich am Tag des offenen Denkmals mit einem kleinem Parkfest. Broichpaten und Anwohner verteilten an Interessenten eine umfangreiche Broschüre, die über die Schutzwürdigkeit dieses Naturraums mit seiner vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt informiert. Der Park bietet zudem die kürzeste fußläufige Verbindung zwischen Olsdorf und dem Alfterer Ortskern.

Die Grünanlage, die in den 70er Jahren von der Gemeinde angelegt wurde, ist zudem ein beliebter Aufenthaltsort für alle Altersgruppen. "Seit elf Jahren laufe ich mit meinen beiden Hunden durch diesen Park", sagt Anja Lindenberg aus Olsdorf, die bereits in der Vergangenheit ein Auge auf den Park gehabt und beim Müllsammeln geholfen hat.

Wegen des drohenden Verlustes an Lebensqualität und der Aussicht auf eine Großbaustelle am Rande ihres Gartens hat sie sich den Broichpaten angeschlossen. Die 43-jährige Küchenmeisterin und Berufspädagogin fragt sich, ob ein Hochwasserrückhaltebecken im Park den Anliegern im unteren Olsdorf etwas nützt.

Drei Mal hatten Lindenberg und ihr Partner Dieter Nowak laut eigener Aussage bei Starkregen schon den Keller unter Wasser oder verschlammt, weil die Kanäle in Olsdorf die Wassermassen nicht fassten. Überwiegend in Eigenarbeit hat das Paar deshalb vor zwei Jahren mit dem Bau einer eigenen Zisterne im Garten begonnen. Sie soll ein Fassungsvermögen von rund 11.000 Litern haben und noch in diesem Jahr fertig werden.

Das Konzept zur Hochwassergefahr in Alfter

Das "Konzept zur Minimierung der Hochwassergefahr für die Ortslage Alfter" wurde vom Abwasserwerk der Gemeinde Alfter, deren Betriebsführerin die Regionalgas Euskirchen ist, beauftragt und im Juli dem Betriebsausschuss vorgestellt. Er verwies das weitere Vorgehen an die Gemeindeverwaltung Alfter und beauftragte sie, einen Maßnahmenkatalog mit Zeitachse und Finanzierungsplan zu erarbeiten.

Darüber hinaus soll das Konzept den Bürgern vorgestellt und gegebenenfalls um ihre Anregungen ergänzt werden. Dieser Informationsabend findet am Donnerstag, 10. Oktober, ab 18 Uhr im Rathaus in Oedekoven, Am Rathaus 7, statt. Ein Vertreter des Ingenieurbüros wird an diesem Abend das Ergebnis der Untersuchungen vorstellen und für eine Diskussion zur Verfügung stehen sowie praktische Tipps für Grundstückseigentümer zum Schutz vor Überschwemmungen geben.

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