Monatelange Sperrungen: Ausbau des Apostelpfades Bornheim hat begonnen

Monatelange Sperrungen : Ausbau des Apostelpfades Bornheim hat begonnen

Gleich zwei Großbaustellen im Linksrheinischen fordern seit ihrem Start in der zweiten Oktoberwoche Autofahrern und Anwohnern Geduld ab: der Ausbau des Bornheimer Apostelpfads und die Sanierung der Kottenforststraße in Volmershoven.

Er soll nach dem Willen der Stadt Bornheim künftig als Hauptverkehrsstraße den Durchgangsverkehr aus dem Ortszentrum aufnehmen und die Königstraße entlasten: der Apostelpfad. Für 4,6 Millionen Euro wird er saniert und ausgebaut. Seit dem Beginn der Bauarbeiten ist die Straße abschnittsweise für den Verkehr gesperrt und nur noch für Anwohner einspurig befahrbar. Neben der Erneuerung der Fahrbahn werden auf beiden Seiten Gehwege errichtet. Wie berichtet, sind zusätzlich Schutzstreifen für Fahrradfahrer und Stellflächen für Autos vorgesehen, sodass die Straße im Ganzen breiter wird.

Der Ausbau wird in vier Abschnitte unterteilt, um die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten. Die Sperrungen verlaufen dann von der Königstraße bis Gringel, Gringel bis Zehnhoffstraße, Zehnhoffstraße bis Alfred-Rademacher-Straße und Alfred-Rademacher-Straße bis Eichendorffstraße. Die Zufahrt ist laut Stadt nur für Feuerwehr, Rettungsdienste und aktuell noch für Anlieger möglich. Die Stadt informierte weiter, dass während der Endarbeiten auch die Anliegergrundstücke eingeschränkt und teilweise gar nicht mit Fahrzeugen erreichbar sein werden.

Gesamtkosten von 4,6 Millionen Euro

Derzeit herrscht bei den Anwohnern großes Verständnis: „Es musste gemacht werden, und deswegen finde ich es gut, dass die Bauarbeiten nun endlich gestartet sind“, findet beispielsweise Franz Josef Back. „Ich sehe eher den Mehrwert, außerdem ist es hier auf der Straße eher ruhiger geworden, weil weniger Autos unterwegs sind“, so Back weiter. Ebenfalls positiv bewertet Sos Bagdasayan das Projekt: „Ich bin den ganzen Tag arbeiten und bekomme davon eh nichts groß mit, alles läuft bisher normal, und ich habe keine Einschränkungen.“

Zusätzlich zum Straßenausbau werden nach Angaben der Stadtverwaltung neue Wasserleitungen und Leitungen für Gas, Strom, Telefon und Internet verlegt sowie der Kanal erneuert. Die gesamten Maßnahmen sollen voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2021 abgeschlossen werden. In den Arbeiten ist eine neue Straßenbeleuchtung mit LED-Technik beinhaltet sowie eine Ausstattung mit lärmoptimiertem Asphalt. Ein beidseitiger Gehweg und Fahrradschutzstreifen sind ebenfalls geplant.

In der gleichen Woche wie in Bornheim haben die Bauarbeiten in der Kottenforststraße in Volmershoven begonnen. In drei Bauabschnitten werden bis voraussichtlich Ende August 2019 nacheinander der Kanal saniert und die Fahrbahn erneuert. Die Stimmung im Ort ist durchwachsen. Viele Anwohner fühlen sich seit langer Zeit von dem Lkw-Verkehr gestört und befürchten einen erneuten Anstieg, wenn die Maßnahmen beendet sind.

„Wir bezahlen dafür, dass andere uns die Straße kaputt fahren“, erklärt Hubert Schmitz seinen Unmut. Er spielt damit auf den Lastwagenverkehr an, der seit mehr als 20 Jahren nur durch enge Wohnstraßen zu den Wester Werken gelangt. „Das Schlimmste ist der nicht beachtete Sicherheitsaspekt“, betont Schmitz. Der geplante Bürgersteig soll im Zuge des Ausbaus mit Schrammborden versehen werden, die von Lastwagen im Begegnungsverkehr überfahren werden können. „Hier sind so viele Kinder zur Schule oder zu ihrem Schulbus unterwegs, wahrscheinlich wird erst darüber nachgedacht, wenn bereits etwas passiert ist“, befürchtet er.

Zwei Umleitungskonzepte

„Die sind doch schon immer darüber gefahren, deswegen sieht die Straße ja überhaupt so schlimm aus“, meint dagegen Hans Mandt. Und seine Frau Christine ergänzt: „Hier musste etwas gemacht werden, und deswegen finde ich das völlig in Ordnung.“ Allerdings gäbe es viele, die trotz Beschilderung die Kottenforststraße befahren. Die Sackgasse ist großräumig und am Beginn der Straße ausgeschildert.

Viele Anlieger stört außerdem die Ungewissheit, welche Summe sie am Ende zu zahlen haben. „Die Informationen kamen mal gar nicht, mal zu spät“, sagt Christine Mandt. „Vieles passiert einfach, ohne dass man vorher davon weiß. Da verlässt man das Haus und plötzlich ist der Bürgersteig aufgemacht“, erzählt auch Christine Schmitz. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht und was kostentechnisch auf uns zukommt“, fasst Hubert Schmitz zusammen. Bisher konnte die Gemeinde Alfter zu den Kosten keine Auskunft geben.

Laut Günter Restel vom Tiefbauamt der Gemeinde Alfter sei der Anteil der Anlieger am Straßenbau aufgrund des Zusammenhangs mit dem notwendigen Kanalbau geringer als in vielen anderen Fällen. Insgesamt wurden für die Bauarbeiten rund 1,4 Millionen Euro veranschlagt, davon entfallen 680 000 Euro auf den Straßenbau.

Während der Maßnahme gibt es zwei Umleitungskonzepte. Sie beinhalten die Umleitung für die eigentliche abschnittsweise Vollsperrung der Kottenforststraße sowie die Umleitung des Verkehrs über das Geltorfviertel in Witterschlick. Laut Angaben des Rhein-Sieg-Kreises wird der Verkehr weitläufig über die Hauptstraße (L 113), die Duisdorfer Straße, die Servaisstraße sowie die Geltorfstraße, die Esserstraße und die Heerstraße umgeleitet. Esser- und Geltorfstraße werden für die Dauer der Arbeiten zu Einbahnstraßen. Im Einmündungsbereich Hauptstraße/Duisdorfer Straße wurde eine mobile Baustellenampel aufgestellt.