Zum 56. Mal das Deutsche Sportabzeichen: „Bewegung hält mich gesund“

Zum 56. Mal das Deutsche Sportabzeichen : „Bewegung hält mich gesund“

Der 81 Jahre alte Wilhelm von Hofe aus Niederpleis absolviert bereits zum 56. Mal das Deutsche Sportabzeichen. Obmann Hans-Godehard Bowien stellt weniger Interesse bei den Jüngeren fest.

Wenn Wilhelm von Hofe Sport treibt, ist er in seinem Element. „Bewegung liegt in meiner Natur“, erzählt er. Der 81-jährige aus Niederpleis hat bereits 56 Mal das Deutsche Sportabzeichen des Deutschen Olympischen Sportbundes absolviert und ist damit Spitzenreiter der derzeit noch aktiven Sportabzeichenabsolventen in Sankt Augustin.

Wilhelm von Hofe ist in der Lüneburger Heide aufgewachsen und war schon immer viel zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs. „Die Bewegung an der frischen Luft war stets ein großes Bestreben“, erzählt er. Weil sein ehemaliger Sportlehrer Leichtathletikwart in einem Sportverein war, motivierte dieser sportlich interessierte Schüler für die Leichtathletik und seinen Verein – darunter auch Wilhelm von Hofe. „Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts – diesen Satz meines Sportlehrers habe ich mir zu Herzen genommen und bis heute verinnerlicht“, so von Hofe.

Als 18-Jähriger erhielt er zum ersten Mal das Deutsche Sportabzeichen. Es folgte eine längere Pause, in der der ehemalige Leichtathlet Leistungssport betrieb – das Sportabzeichen geriet in Vergessenheit. Erst seit 1961 absolvierte von Hofe jährlich und ohne Unterbrechung das Deutsche Sportabzeichen. Für seine Leistungen erhält der fitte Senior bis heute jedes Jahr Gold.

Seit 1974 trainiert er beim Allgemeinen Sportverein Sankt Augustin (ASV). Dort war er auch bis 1988 Übungsleiter für Konditionstraining. Auf die Frage, ob das Deutsche Sportabzeichen noch zeitgemäß sei, hat von Hofe eine deutliche Antwort: „Ja, absolut. Die Motivation der Jugend, Leistung zu erbringen, ist groß. Das sieht man schon an den Teilnehmern, bei denen alle Altersklassen vertreten sind. Selbst die Fußballjugend nimmt jedes Jahr teil.“ Auch der seit dem Jubiläum des Deutschen Sportabzeichens 2013 eingeführte neue Leistungskatalog komme seinen Möglichkeiten entgegen.

Denn Wilhelm von Hofe leidet unter Arthrose und ist dadurch vor allem an den Schultern und Hüftgelenken eingeschränkt. „Das Sportabzeichen ist heute so breit angelegt, dass jeder die Bedingungen erfüllen kann“, sagt von Hofe. Um die Auszeichnung zu erhalten, müssen Teilnehmer ihre Fähigkeiten in den vier Disziplingruppen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination unter Beweis stellen. Dabei muss in jeder Disziplingruppe mindestens eine Leistung in Bronze erbracht werden. Wilhelm von Hofe absolviert seine Prüfungen derzeit in den gelenkschonenderen Disziplinen 20 Kilometer Radfahren, Medizinballwurf, 200 Meter Rad mit fliegendem Start und Seilspringen.

Neben dem Deutschen Sportabzeichen besitzt von Hofe ebenso 13 Österreichische Sport- und Turnabzeichen sowie 31 Bayerische Sport-Leistungs-Abzeichen. „Damit habe ich dann aber aufgehört als die körperlichen Wehwechen anfingen“, erzählt er. Das Deutsche Sportabzeichen will er jedoch „solange es eben geht“ machen. „Das kann von heute auf morgen vorbei sein, dessen bin ich mir durchaus bewusst“, sagt von Hofe.

Umso mehr freut sich der 81-Jährige auch heute noch jedes Mal auf sein Training, dessen Ablauf strikt durchgeplant ist: Mittwochs nimmt er am Konditionstraining des ASV teil, freitags geht er „gemächlich laufen“ und montags steigt er aufs Fahrrad. Weitere körperliche Betätigung erfordert sein großer Garten, den er und seine Frau besonders an schönen Tagen genießen. Für seine sportliche Motivation hat der 81-Jährige eine simple Erklärung: „Bewegung hält mich fit und gesund. Aber Ehrgeiz und Gruppendenken spielen natürlich auch eine Rolle“.