Andachtsraum in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: Besinnung im Hochschulalltag

Andachtsraum in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg : Besinnung im Hochschulalltag

Die Architekturstudenten der Alanus Hochschule in Alfter haben eine Menge Energie und Zeit investiert, um die ihnen gestellte Aufgabe – einen Andachtsraum zu entwickeln – zu lösen.

Hochschulpräsident Hartmut Ihne war mehr als angetan von den Präsentationen der fünf Besten im Wettbewerb. „Ich bin fasziniert von allem, was ich gesehen habe, es ist sensationell gut und durchdacht“, kommentierte Ihne die Vorstellung der fünf Sieger-Entwürfe. Gleichzeitig stellte er in Aussicht, einen oder mehrere der Entwürfe umzusetzen auf dem nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus neu zu gestaltenden Campus. Schon jetzt forderte Ihne deshalb Firmen oder gar Kirchen auf, sich an der Umsetzung zu beteiligen.

Dieses Projekt war auch nicht nur eine Kooperation der beiden Hochschulen. Auch die evangelische Kirche in Person des Pfarrers der evangelischen Studierendengemeinde, Michael Pues, war ebenfalls involviert. Pues fand es „sehr außergewöhnlich“, dass eine technisch ausgerichtete Hochschule so etwas wie einen richtigen Andachtsraum im Blick habe. „Ich werde sehr gerne begleitend bei der Umsetzung dafür tätig sein“, bot er anlässlich der Preisverleihung an.

2000 Euro gingen an den Siegerentwurf von Anton Evtikhov, Jana Franke, Andreas Leufen, Caroline Steinsiepen, Annabelle Speth und Valentin Quecke.

Die Lage des Andachtsraumes war der Siegergruppe sehr wichtig, und sie fand nach vielen Gesprächen mit Studenten einen kaum genutzten, aber dafür umso ruhigeren Innenhof in der Hochschule. Als organische Form soll der Andachtsraum diesen Innenhof nutzen. Eine Rampe bietet nicht den kürzesten Weg dorthin, aber dafür Raum für Meditation und Besinnung. Es gibt einen inneren und äußeren Bereich. Beide sind durch eine Glaswand getrennt.

Geborgenheit soll der künftige Andachtsraum vermitteln, indem er zwei Meter in der Erde liegt. Auch an einen richtigen Andachtsbaum haben die Studenten gedacht, und den überreichten sie an Hartmut Ihne. Ein Fächerahorn soll Kulisse und Blätterdach sein für alle, die in dem Andachtsraum innehalten werden.

Auch die übrigen Entwürfe waren gut durchdacht und sehr unterschiedlich. Sei es der mobile und variable Raum aus Metall und PVC-Lamellen oder die Kombination aus Licht und Weg, die sich über den gesamten Campus erstreckt, ebenso wie die Spiegelung des Himmels als das größte und bekannteste Symbol, bis hin zu den besonderen Lichteinfällen in einem nahezu geschlossenen Raum.

Es war tatsächlich viel Energie, die Ihne aus Alfter holte, und am Ende stand bei allen Entwürfen der von ihm gewünschte Raum, der Raum der Stille, der Raum des Denkens.