Siebengebirge: Verschönerungsverein will Naturpark attraktiver machen

Siebengebirge : Verschönerungsverein will Naturpark attraktiver machen

Mit einem Maßnahmenpaket und einer neuen Organisation der Trägerschaft will der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) die Zukunft des Naturparks Siebengebirge gestalten.

Grundlage ist der Naturparkplan Siebengebirge, den der VVS am Mittwoch vorstellte. Mit dem Gutachten möchte der Verein das Profil des Parks schärfen, seine Alleinstellungsmerkmale gegenüber anderen Naturparks stärken und Anforderungen von Qualitätsauszeichnungen erfüllen.

Erstellt haben das Gutachten die Futour Regionalberatung Haundorf sowie die Gesellschaft für Umweltplanung und wissenschaftliche Beratung Bonn. Folgende Maßnahmen sieht der Plan vor:

  • Pleiser Ländchen: Stärkere Berücksichtigung des Pleiser Ländchens und anderer Flächen außerhalb des Waldes. Mit Wanderwegen und Naturparkeinrichtungen sollen die Gebiete für das "aktive Erleben" erschlossen werden.
  • Naturschutz: Eine stärkere Vermittlung der Rolle des Siebengebirges für den Naturschutz.
  • Wildnis: Bessere Vermarktung des Themas "Wildnisgebiete" als besonderes Naturpark-Alleinstellungsmerkmal.
  • Geopark: Die Bedeutung der Geologie im Siebengebirge soll mit einem Geopark ergänzt werden, der zunächst als nationaler Geopark, im weiteren Verlauf als "European Geopark" anerkannt werden soll.
  • Rheinromantik: In der Bildungs- und Kommunikationsarbeit des Naturparks soll das Thema "Rheinromantik" eine höhere Beachtung finden.
  • Stärkung der Marke: Der Naturpark soll sich in Zukunft mehr als Dienstleister verstehen. Dazu müsse er seine Aufgaben an den Bedürfnissen der Besucher orientieren. Gemeint sind damit die Bewahrung von Baukultur, eine bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und der Aufbau einer Veredelungslinie mit Produkten aus dem Siebengebirge als "Edition Naturpark Siebengebirge".
  • Eingangsportale: Die Naturparkeingänge soll attraktiver gestaltet werden und dadurch die Besucherströme entzerren und lenken. Dazu sind Infoangebote mit hohem Eigenwert geplant.
  • Erweiterung der Fläche: Vorgesehen ist die naturräumliche Vollendung des Naturparks, indem weitere Gebiete jenseits der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz einbezogen werden.

Damit die Maßnahmen umgesetzt werden können, sieht der Naturparkplan eine Neuaufstellung der Naturparkorganisation als notwendig an. Als geeignete Organisationsform nennt das Gutachten einen öffentlich-rechtlichen Zweckverband, bestehend aus einer Versammlung der Naturparkmitglieder.

Der VVS würde seine Trägerschaft abgeben und nur "Sitz und Stimme" innerhalb der neuen Naturparkorganisation behalten. "Klar ist: Es sollte nicht mehr weiterlaufen, wie es bisher gelaufen ist", sagte Hans Peter Lindlar, Vorsitzender des VVS.

Den Mindestaufwand, den der noch zu gründende Zweckverband zum Betrieb des Naturparks benötigt, beläuft sich jährlich laut Gutachten auf 130.000 Euro.

Die bisherigen Einnahmen machen zusammen rund 70.000 Euro. "Man wird gucken müssen, wie das finanzierbar ist", sagte Landrat Sebastian Schuster, der dem VVS seine Unterstützung zusagte. "Man kann vom VVS nicht erwarten, dass er immer mehr eigene Gelder einsetzt, um die defizitäre Struktur am Leben zu erhalten."

Den Naturparkplan gab der VVS vor rund einem Jahr in Auftrag. Die Kosten beliefen sich auf rund 55.000 Euro, so Lindlar. 80 Prozent der Summe übernahm das Land NRW.

Info

Der Naturplan ist einzusehen unter www.naturpark-siebengebirge.de.

Naturpark Siebengebirge

Die Fläche des Naturparks beträgt insgesamt rund 11.200 Hektar. Anteile an dem Naturpark haben neben dem VVS die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis sowie die Kommunen Königswinter, Bad Honnef und Sankt Augustin. Seit 1986 ist der VVS Träger des Naturparks.Darüber hinaus ist der Verein Eigentümer einer Fläche von 850 Hektar im Zentrum des Naturparks.

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