Raumnot im Siebengebirgsgymnasium

Villa "Feuerschlösschen" als Interimslösung

Ausweichquartier: Im Feuerschlösschen bekommt das Sibi vier Klassenräume.

Ausweichquartier: Im Feuerschlösschen bekommt das Sibi vier Klassenräume.

Bad Honnef. Zusammenrücken im Sibi reichte nicht: Es mussten zusätzliche Räume her. Die werden jetzt im Feuerschlösschen geschaffen, wo eigens der Brandschutz nachgebessert wird. Eine Lösung gibt es auch für die i-Dötzchen an den Grundschulen.

„In den nächsten Tagen wird es kahl“: Nicht zuletzt diese Worte von Silke Kornstädt vom Stadtjugendring führten den Schulausschussmitgliedern vor Augen, dass auch eine dringlich herbeigesehnte Lösung einen bitteren Beigeschmack haben kann.

Denn um die Raumnot im Siebengebirgsgymnasium (Sibi) zumindest vorübergehend zu beenden, müssen aus dem „Sibi plus“ im Feuerschlösschen Sofas und Teppiche raus, um dem Brandschutz genüge zu tun und eine Interimslösung für zusätzliche Klassenräume zu ermöglichen. Weiteres Thema im Ausschuss: die Eingangsklassen an den Grundschulen.

Raumsituation im Sibi: Dass das Gymnasium mehr Platz braucht, ist eine Tatsache. Lösungen wie etwa eine Auslagerung von Klassen in die zu den Ferien auslaufende Konrad-Adenauer-Schule waren verworfen worden. Nicht zuletzt Einwände der Schule, dass zwei Standorte mit dem pädagogischen Konzept nicht vereinbar wären, hatten die Idee in der Versenkung verschwinden lassen.

Eine neue Eskalationsstufe erreichte die Sache, als die Bauaufsicht das erste Obergeschoss und das Dachgeschoss des Feuerschlösschens wegen Brandschutzmängeln sperren musste. Alle rückten in der Schule noch einmal zusammen. Aber: Mit Blick auf die Wiedereinführung von G 9 und das neue Schuljahr müssten vier Klassenräume zusätzlich zur Verfügung gestellt werden, hieß es jetzt erneut.

Die gute Nachricht: Die Verwaltung teilte mit, eine Zwischenlösung für „einen begrenzten Zeitraum“ sei durch das Schaffen eines zweiten Rettungsweges und den Einbau von Brandschutztüren möglich. Und durch die „Verringerung der Brandlast im Gebäude“ – den erwähnten Rauswurf von Sofa & Co. im „Sibi plus“.

Kornstädt appellierte, der Schülerbetreuung bei einer Neuausstattung mit feuerfestem Mobiliar zu helfen. „Dafür hat der Stadtjugendring kein Geld." Der Erste Beigeordnete Holger Heuser sagte Unterstützung zu. Die zusätzlichen Klassenräume im Feuerschlösschen sollen bereits ab dem kommenden Schuljahr genutzt werden können.

Eingangsklassen an Grundschulen: Eine Lösung gefunden wurde auch hinsichtlich der Kommunalen Klassenrichtzahl, deren Berechnung seit 2012 im Schulrechtsänderungsgesetz des Landes NRW geregelt ist. Bei dieser Richtzahl wird die Gesamtzahl der i-Dötzchen durch 23 geteilt. Demnach dürfte Bad Honnef zum nächsten Schuljahr nur 15 Eingangsklassen bilden, was – gerundet – bei aktuell 334 Anmeldungen auch der Fall wäre.

Jedoch: Die Kinder sind per Anmeldung so auf die Schulen verteilt, dass es 16 Eingangsklassen bräuchte. Der Schulausschuss beauftragte die Verwaltung, mit der Schulaufsicht über eine Lösung zu verhandeln. Ziel: Alle Kinder sollen die Schule besuchen können, an der sie jetzt bereits angemeldet sind. Das wurde nun erreicht.

Unter anderem erkenne die Schulaufsicht an, dass sich das pädagogische Konzept an der Grundschule Am Reichenberg mit jahrgangsübergreifenden „Lernfamilien“ noch im Aufbau befinde. Wie berichtet, zählen jahrgangsübergreifende Klassen rechnerisch alle als Eingangsklassen.

Ab 2020/2021 soll zudem die Löwenburgschule, anders als jetzt, nur noch ein Anmeldeverfahren für die beiden Standorte Rommersdorf und Rhöndorf durchführen, die Schulleitung danach die Kinder auf die Standorte verteilen und für „gleichmäßige Klassengrößen“ sorgen, so die Verwaltung. Dieses Verfahren, so der Beigeordnete Heuser, entspreche nicht nur der Tatsache, dass die Standorte Rommersdorf und Rhöndorf ja ohnehin eine Schule unter zwei Dächern bildeten. Es stelle zugleich den Standort Rhöndorf als Teil der Löwenburgschule sicher.

Zugleich ließ Norbert Grünenwald vom Schulamt keinen Zweifel daran, dass das Thema Eingangsklassen keineswegs endgültig vom Tisch ist: Die Berechnungsgrundlage der Kommunalen Klassenrichtzahl bleibe auch in der Zukunft bestehen. Heißt: Weniger angemeldete Kinder bedeuteten auch künftig weniger genehmigte Eingangsklassen. Im November will man zunächst einen Blick auf das kommende Jahr werfen und dann erneut beraten.