Landrats-Wette diesmal in Königswinter: Peter Wirtz lässt Sebastian Schuster gewinnen

Landrats-Wette diesmal in Königswinter : Peter Wirtz lässt Sebastian Schuster gewinnen

Königswinters Bürgermeister hat die Herausforderung am Montag angenommen: Er ist mit 50-Jährigen aus den Ortschaften der Stadt über die sieben Berge gewandert. Im Ziel allerdings zeigt sich: Der Landrat braucht den Sieg.

Die Wette galt. Punkt sieben Uhr waren sie am Montag auf dem Petersberg zu einer Tour durch das Siebengebirge gestartet – Königswinters Bürgermeister Peter Wirtz und neun Bürger. Und Landrat Sebastian Schuster ließ es sich nicht nehmen, die wackeren Wanderer dort oben zu verabschieden.

Oder war er nicht vielmehr gekommen, um zu überprüfen, ob seine Wettbedingungen auch eingehalten werden? Am Ende siegte Schuster, ein „Scheinsieg“, wie Bürgermeister Peter Wirtz zwar anmerkte. Aber die Gewinner sind ohnehin die Besucher der Häuser der Jugend von Königswinter, denn dort landete nun sogar der doppelte Wetteinsatz. Aber eins nach dem anderen.

Wetten mit allen 19 Bürgermeistern

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Rhein-Sieg-Kreises wettet der Landrat derzeit mit allen Bürgermeistern der 19 Kommunen für einen guten Zweck. Seine Herausforderung an die Königswinterer: „Wetten, dass es Bürgermeister Wirtz nicht schafft, sieben 50-Jährige aus den sieben Gemeinden, die seit 1969 die Stadt Königswinter bilden, zu finden, die gemeinsam die sieben Berge in weniger als 7 mal 50 Minuten überwandern . . .“

Wirtz hatte die Herausforderung angenommen – und Mitstreiter in der geforderten Zahl um sich geschart. Aber Schuster witterte als Oberpleiser Jung, dass nicht alle sieben „Gründungs“-Gemeinden vertreten waren. Während die kleine Wandererschar noch unterwegs war, inspizierte er am Ziel, dem Kirmesplatz vor der Pfarrkirche, noch einmal seine schriftlichen Wettbedingungen.

Beifall gab es dann, als der Trupp auflief. Pfarrer Markus Hoitz brachte allen ein Glas Wasser zur Erfrischung. Die kalte Dusche aber kam vom Landrat, der direkt den Sieg für sich in Anspruch nahm. Wirtz: „Die beim Kreis, das sind doch Federfuchser. Wir haben zwar nicht die sieben Orte abgedeckt, aber es geschafft, mit zehn Leuten sogar über acht Berge in viel kürzerer Zeit als verlangt zu kommen.“

Den Landrat hat der Ehrgeiz gepackt

Schuster jedoch „bekniete“ den Wettpartner – denn er hatte einen Hintergedanken: „Es steht jetzt 7:9 gegen mich. Ich brauche heute den Sieg, um am Schluss noch als Gesamtsieger hervorgehen zu können.“ Und: „Am Wochenende habe ich alle drei Wetten gewonnen und neuen Mut geschöpft.“

Na gut, Peter Wirtz gab sich geschlagen, verlangte aber, dass Schuster wenigstens seinen Wetteinsatz in Königswinter lässt. Und so landeten am Ende je 100 Euro vom Bürgermeister und vom Landrat in einem Sparschwein, das von den Besuchern gut gefüttert wurde. Das Geld geht an die Häuser der Jugend.

Und während deren Leiter Norbert Lehr überlegte, was mit der Spende aus dieser Aktion geschehen könnte („Wir werden in den ersten beiden Ferienwochen für unsere jungen Besucher etwas machen“), schwärmten die Wandersleute von ihrem Erlebnis.

„Es hat Riesenspaß mit Euch gemacht“, lobte Wirtz seine Mitstreiter. 18,5 Kilometer waren sie gegangen, hatten Petersberg, Nonnenstromberg, Oelberg, Rosenau, Lohrberg, Löwenburg, Wolkenburg und Drachenfels erklommen. „Wenn meine Stadt mich braucht, bin ich da“, meinte Monika Effelsberg, die exakt den Wettbedingungen entsprach: Sie ist Jahrgang 1969 wie die Stadt Königswinter, kommt aus Oberpleis.

Von einem „schönen Vormittag“ schwärmte Kirsten Hambach (50) aus Berghausen, die ebenfalls noch in den Windeln lag, als die Stadt entstand. Markus Mühlbach aus Gratzfeld (50) und Christian Drehsen aus Oberpleis, beide Jahrgang 1968, als die Verhandlungen zum Zusammenschluss liefen, waren dabei. „Auf dem Petersberg erhielt sogar jeder ein Lunchpaket“, erzählten sie.

Auch für Notfälle war gesorgt – durch die mitwandernde Ersthelferin Stephanie Frings. Ein „69er“ ist Frank Maasbüll aus Vinxel. Mitgewandert sind auch Klaus Langhals-Arnold aus Ittenbach, Josef Winterscheidt aus Berghausen und Claudia Fahnemann aus Vinxel. „Wir haben die Natur genossen und schöne Gespräche geführt.“ Und: „Dass wir hier von so vielen empfangen wurden, das war beeindruckend.“ Mit dem Ausgang der wette waren sie versöhnt. „Man muss och jönne könne.“

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