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Seit 30 Jahren gibt es im Zoo Neuwied eine Zooschule.

Sonderführungen im Tierpark : Zoo Neuwied feiert Jubiläum der Zooschule

Der 30. Geburtstag der Zooschule in Neuwied wird mit Sonderführungen gefeiert. Diese erklären Besuchern zum Beispiel warum ein Flamingo rosafarbene Federn hat und ob sich der Pinguin ohne Schnee überhaupt wohl fühlt.

Die Zooschule im Zoo Neuwied wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Zu ihrem bietet der Zoo eine Reihe von Sonderführungen an. Von April bis August gibt es an mehreren Abenden die Möglichkeit, vieles über den Zoo und seine tierischen Bewohner zu erfahren, was über einen „normalen“ Zoobesuch hinausgeht.

Warum ein Flamingo rosafarbene Federn hat und ob sich der Pinguin ohne Schnee überhaupt wohl fühlt erfahren Besucher bei der Führung „Flügel, Federn und Schnabel – Vögel im Zoo Neuwied“ am Mittwoch, 8. April. Am Freitag, 15. Mai, geht es um „Tierische Familien“. Die Frage, wie ein Zoo eigentlich funktioniert, wird am Freitag, 19. Juni, beantwortet. Unter dem Motto „Tierpersönlichkeiten“ geht es am Freitag, 17. Juli, um die Charakterzüge von Löwenkater Schröder, Schimpansin Puni und anderer tierischer Bewohner. Die Führung am Freitag, 21. August, widmet sich dem Artenschutz im Zoo.

Die Teilnahme an diesen besonderen Abendführungen zum Geburtstag kostet 12,50 Euro pro Person. Da die Teilnehmerzahl begrenzt werden muss, ist eine Anmeldung unter ☏ 026 22/ 904 60 zwingend erforderlich. Die Führungen dauern eineinhalb bis zwei Stunden und beginnen jeweils um 18 Uhr am Zoo-Eingang.

Bedrohte Gänserasse

Als wissenschaftlich geführter Zoo betreibt der Zoo Neuwied außerdem aktiven Natur- und Artenschutz. Das tut er im jeweiligen Lebensraum der Tiere selbst. Dort werden Schutzgebiete eingerichtet, Ranger ausgebildet und die Einwohner informiert. Auch außerhalb des natürlichen Lebensraums der Tiere spielen Zoos eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Art, indem bedrohte Tierarten gezielt gezüchtet werden.

Diese Erhaltungszucht beschränkt sich aber nicht auf exotische Tiere, sondern beginnt unmittelbar vor der Haustür. Sie umfasst auch bedrohte Haustierrassen. Im Zoo Neuwied leben bisher zwei bedrohte Hühnerrassen: der Bergische Schlotterkamm und das Sundheimer Huhn.

Dazu ist jetzt eine dritte Rasse gekommen, die Leinegans. Seit kurzem lebt ein Pärchen Leinegänse im größten Zoo in Rheinland-Pfalz in Neuwied. Die Leinegans wurde um das Jahr 1850 herum in der Nähe des Flusses Leine und in den angrenzenden Regionen gezüchtet. Wichtig war dabei, dass diese Rasse widerstandsfähig und wetterfest war.

Die Tiere sind außerdem in der Lage, ohne Anstrengung weite Strecken zu Fuß zwischen den Weideplätzen zurückzulegen. Es gibt sie in den Farben weiß und gescheckt. Die Leinegans galt als ausgestorben und wurde erst vor etwa 25 Jahren wieder entdeckt. Noch immer gilt sie laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen als extrem gefährdet. Im Jahr 2016 wurden nur 84 Individuen gezählt. Der Zoo Neuwied möchte mit dem Zuchtpaar zum Erhalt der Leinegänse beitragen.