Pferde gehen durch

Fünf Verletzte bei Unfall auf Kölner Rosenmontagszug

Köln. Beim Rosenmontagszug in Köln sind fünf Personen verletzt worden, als Pferde einer Kutsche durchgingen. Die Wagen, die der Kutsche im Zug folgten, wurden kurzzeitig angehalten.

Im Kölner Rosenmontagszug ist eine Pferdekutsche durchgegangen, fünf Menschen wurden verletzt. Ein Polizeisprecher sagte, die Verletzungen seien „leicht bis mittelschwer“. Betroffen waren demnach der Kutschführer, drei weitere Personen aus der Kutsche und eine Zuschauerin. Alle fünf kamen ins Krankenhaus.

Vier weitere Personen wurden nach Angaben eines Feuerwehrsprechers psychologisch betreut. Die beiden Pferde blieben nach Angaben der Stadt unverletzt. Die Polizei prüft Angaben, wonach sie mit einer Flasche beworfen worden sein sollen. Der hinter der Kutsche folgende Teil des Rosenmontagszuges wurde gestoppt. Nach einer guten halben Stunde konnte der Zug fortgesetzt werden. Die Feuerwehr der Stadt Köln lobte vor allen Dingen die Erstversorgung der Betroffenen durch die anwesenden Zuschauer.

Bei einem weiteren Zwischenfall stürzte gegen 17.46 Uhr ein Karnevalist von einem Mottowagen und zog sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zu. Der Mann wurde vom Sanitäts- und Rettungsdienst versorgt und anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert.

Im vergangenen Jahr war in Köln ein Pferd im Rosenmontagszug kollabiert. Im diesjährigen Kölner Rosenmontagszug liefen nach Angaben des Festkomitees 390 Pferde mit. „Ich weiß, dass sowohl das Festkomitee als auch unsere Veterinäre gerade in diesem Jahr die Anforderungen an Reiter, Kutscher und Pferde noch einmal deutlich erhöht hatten“, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos).

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul sprach sich unmittelbar nach dem Vorfall gegen ein Verbot von Pferden aus. „Ein Zug ohne Pferde ist Mist“, sagte der CDU-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Einen Zug ohne Pferde könne er sich nicht vorstellen. Man müsse jetzt erst einmal klären, was genau die Ursache gewesen sei. Entscheidend sei die richtige Vorbereitung. „Vielleicht ist auch die Musik am Zugweg zu laut“, mutmaßte Reul.

Der Deutsche Tierschutzbund bezeichnete Reuls Reaktion als „fahrlässig“. Er setze damit Mensch und Tier einem unnötigen Risiko aus. „Für die Pferde ist es purer Stress“, sagte Marius Tünte, Sprecher des Tierschutzbundes. „Die Verantwortlichen im Karneval wären gut beraten, jetzt umzudenken und ein Pferdeverbot auszusprechen.“

Der Bund Deutscher Tierfreunde forderte ebenfalls ein Verbot: „Pferde sind Fluchttiere und äußerst schreckhaft und haben deshalb - auch wenn sie trainiert sind - bei Umzügen nichts zu suchen“, teilte der Bund mit. (dpa) (mit Material von general-anzeiger-bonn.de)