Grundschule an der Landskrone im Aktions-Modus: Schulfest lässt das Mittelalter aufleben

Grundschule an der Landskrone im Aktions-Modus : Schulfest lässt das Mittelalter aufleben

Wer wissen wollte, was eine Pechnase ist und wie Ritter einst aufs Klo gingen, war beim Schulfest der Grundschule an der Landskrone Heimersheim goldrichtig.

Noch nicht oft hat die Grundschule Heimersheim ein Schulfest gefeiert, aber angesichts der Historie des Orts und der Ausrichtung des Weinfests lag es nahe, das Mittelalter zum Thema dafür zu wählen. So war es gar nicht komisch, dass große und kleine Leute in Gewändern wie anno dazumal unter anderem die Landskroner Festhalle und die Turnhalle bevölkerten, in denen es aussah wie auf einem Jahrmarkt im Mittelalter: Verteilt standen Stände und Zelte, unter deren Dach jeweils ein anderes „Geheimnis“ des Mittelalters gelüftet wurde oder auch Kunstwerke im Stil der Zeit zu erstehen waren.

„Unsere Kirschkernkissen waren nach zehn Minuten ausverkauft, und Lederbeutel machen wir ständig neue nach“, sagte Schulleiterin Sandra Koschel, die wie ihre Kollegen auch im Mittelalter-Outfit dabei war. Die fast 160 Grundschüler und in Zusammenarbeit mit drei umliegenden Kindergärten auch rund 40 Vorschulkinder hätten bei der vorausgegangenen Projektwoche an der Schule mitgewirkt. Alle zwölf Lehrer, sechs Erzieher der Kitas und einige Eltern haben mit umgesetzt, was beim Schulfest zu sehen und zu erleben war.

Schreittänze gehörten ebenso dazu wie ein Theaterstück um Kasperl, einen Ritter und eine Prinzessin, das die Kinder mit einem Puppenspieler einstudiert hatten. Eine Augenweide war die rund einen Quadratmeter große Burg aus Pappe samt Bergfried und Palas, Mauern, Zinnen, Zugbrücke, Frauenhaus, Brunnen und Schießscharten. Nachdem sie die Ahrweiler Stadttore besichtigt und das Ahrtor bestiegen hatten, hatte eine Gruppe dazu auch ein Ritterquiz erstellt. Und immer drei Kinder standen auch den Erwachsenen als junge Experten bei der Beantwortung zur Seite.

Die Grundschüler hatten außerdem Eulen genäht, Kerzen gegossen und Kreisel aus Papier und Stöckchen gebaut, Papier geschöpft und Badebomben und Seifen am Stiel gekocht und mit Rosenblüten und Lavendel geformt. Sie haben mit Salzteig gearbeitet, Herzen und Armreifen gefilzt und auch gelernt, wie Wolle vom Schaf gewonnen und was daraus gemacht wird.

Manches durften die Besucher selbst ausprobieren. Etwa wie Stoffe mit Holundersaft, Tee oder Blättern eingefärbt wird. Die Kinder hatten daraus Kleidung genäht, diese mit Perlen und aufgemalten Wappen verziert und passende Ritterhelme und Burgfräuleinhüte gebastelt. Reihenweise Ritterschläge bewältigte die Sinziger Söldnertruppe „Milites Sentaicum“. Gut 40 Kinder und auch ein Opa mit Enkel waren nach Angaben der Vereinsvorsitzenden Cornelia Kerzmann darunter, wobei kleine Mädchen zu Burgfräulein ernannt wurden. Für Schaukämpfe war das Parkett in der Landskroner Festhalle zu glatt, aber Helme, Handschuhe und Waffen durften näher beäugt und angefasst werden.

Beim Arzt der Truppe faszinierten chirurgische Bestecke wie Zangen zum Entfernen von Kugeln, Pfeilspitzen oder Armbrustbolzen und Geräte wie eine Armlade zum Einrenken. Scharf geschossen mit der Armbrust wurde in der Turnhalle. Harmloser als das „Drachenschießen“ waren indes diverse mittelalterliche Brettspiele oder auch Dosenwerfen, Sackhüpfen und Kegelschnitzen. Jedes Grundschulkind nahm am Ende seine eigene Mittelalter-Mappe mit nach Hause und die Besucher auch noch manches handgefertigte Andenken und viele neue Eindrücke.

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