Firmengelände auf der Grafschaft: Haribo hadert mit der Bauverwaltung

Firmengelände auf der Grafschaft : Haribo hadert mit der Bauverwaltung

Der Bonner Süßwarenhersteller Haribo ist sauer auf die Kreisverwaltung Ahrweiler und die Strukturgenehmigungsdirektion Nord (SGD Nord). Das Unternehmen beklagt sich über ein angeblich schleppendes Baugenehmigungsverfahren auf der Grafschaft.

Dort, in Rheinland-Pfalz, will Haribo bekanntlich rund 500 Millionen Euro investieren und Hochregallager, Produktionsstätten und Firmenverwaltung errichten. Erster Spatenstich sollte eigentlich Ende Mai sein.

Eine Baugenehmigung liegt jedoch zum Leidwesen des Gummibärchenproduzenten noch nicht vor, obwohl ein entsprechender Antrag bereits vor Monaten eingereicht worden ist. "So wie das Verfahren läuft, so etwas haben wir noch nicht erlebt", wird die Geschäftsleitung des Süßwarenkonzerns in der "Rhein-Zeitung" zitiert. Alles werde "schleppend abgearbeitet", von "Klein-Klein" ist die Rede. Es komme zu kostspieligen Zeitverzögerungen, da immer neue Unterlagen vorzulegen seien. Haribo glaube nicht, dass in irgendeinem anderen Bundesland so verfahren werde wie in Rheinland-Pfalz.

Auch habe man den Behörden Gespräche und Führungen angeboten, um Vorhaben und Abläufe zu erklären, die behördlicherseits offenkundig nicht verstanden worden seien. Dies sei abgelehnt worden. Während man mit der Bauverwaltung der kleinen Gemeinde Grafschaft gut zusammenarbeite, gelte das nicht für die Baugenehmigungsbehörden. Es gebe "Fragen über Fragen", "Rückfragen zu einzelnen Formulierungen" und "nochmals Fragen" - "hundertfach".

Es werde nun immer schwieriger, die Produktionsanlagen wie geplant Ende 2016 in Betrieb zu nehmen. Vier Wochen befinde man sich bereits im Verzug, obwohl die äußerst aufwendigen Erdarbeiten weitaus früher als geplant abgeschlossen worden seien. Eine vom GA erbetene weitergehende Stellungnahme durch die Firmenleitung blieb am Montag unbeantwortet.

Die SGD Nord wies die Vorwürfe zurück. Natürlich sei ihr die Bedeutsamkeit des Projektes bekannt, daher stehe man "in einem guten und ständigen fachlichen Austausch mit Haribo". Der oberen Landesbehörde sei sehr an der Zufriedenheit des Unternehmens gelegen, "gleichwohl müssen die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden". Man wolle sich nun nochmals mit den Haribo-Verantwortlichen in Verbindung setzen, um ein einvernehmliches Miteinander zu erreichen.

Erst am Montag seien noch erforderliche Bauunterlagen beim Kreisbauamt eingereicht worden, teilte die Ahrweiler Kreisverwaltung auf GA-Anfrage mit. Gemessen daran, dass der Bauantrag vor vier Monaten gestellt wurde, sei das Verfahren bereits weit fortgeschritten. Die Zusammenarbeit verlaufe aus Sicht des Kreises "reibungslos und konstruktiv".

Es geht um Produktionsanlagen mit einem Bauvolumen von rund 300 000 Kubikmetern sowie einer Logistikhalle mit Hochregallager von 864 000 Kubikmetern. Wegen hoher Anforderungen an Lärmschutz, Geruchsimmissionen und Arbeitssicherheit habe Haribo umfangreiche Sachverständigengutachten vorzulegen, so die Baubehörde.

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