Umwelt: Grafschafter Gemeinderat arbeitet an Energiewende

Umwelt : Grafschafter Gemeinderat arbeitet an Energiewende

Die Kommunalpolitiker wollen ein Projekt des Kreises Ahrweiler unterstützen und auf mehr erneuerbare Energien setzen. Realisiert werden kann dies aber nur mit mehr Windkraft.

„Die Gemeinde Grafschaft ist sich der wachsenden Bedeutung erneuerbarer Energien völlig bewusst und will ihren Beitrag zur notwendigen Energiewende leisten.“ Dies betonte Bürgermeister Achim Juchem in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Zur Sicherung einer nachhaltigen Versorgung sei es erforderlich, Energie langfristig aus regenerativen Quellen zu gewinnen. Die Gemeinde unterstütze den Kreis Ahrweiler daher bei dem Ziel, den Strombedarf kreisweit bilanziell bis 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. Was allerdings nur mit vielen Windrädern möglich sein wird, die im Ahrtal alles andere als erwünscht sind.

„Im Rahmen der Energiewende unterstützt die Gemeinde Grafschaft auch die Nutzung von Wärmepotenzialen wie Wärmedämmung, Geothermie, Solarthermie, Nahwärmenetze oder Blockheizkraftwerke“, so das Votum des Gemeinderates. Die Gemeinde nehme das Energiekonzept des Projekts „EnAHRgie“ für den Kreis Ahrweiler einschließlich der Energiesteckbriefe, die hierzu ergangenen Vorschläge des runden Tisches der Vereine und Verbände sowie des Kommunalen Forums zustimmend zur Kenntnis.

Der Bürgermeister wurde ermächtigt, gemeinsam mit dem Kreis und den hauptamtlich geführten Kommunen eine Arbeitsstruktur zur Umsetzung der Energiewende zu entwickeln und dem Rat zur endgültigen Beschlussfassung vorzulegen.

Seit 2015 erarbeitet das Bundesforschungsprojekt „EnAHRgie“ ein Energiekonzept für den Kreis Ahrweiler und seine Kommunen. Dies mit stattlicher Hilfe des Bundes, der bis Ende 2017 einen siebenstelligen Betrag zur Verfügung gestellt hatte. Das Ergebnis der Projektarbeitsgruppe: Das vom Kreis hoch gesteckte Ziel wird nur dann annähernd erreicht, wenn verstärkt auf Windkraft gesetzt wird.

„Eine Energiewende ist mit Blick auf den CO2-Ausstoß, Atomausstieg, Landschaftsverbrauch beim Kohleabbau und zunehmende Starkregenereignisse dringend erforderlich“, hielt der Gemeinderat fest. Auch könnten durch die Umstellung der Energieproduktion auf dezentrale Strukturen erhebliche Wertschöpfungspotenziale in der Region realisiert werden.

Die Energiewende sei ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, bei dem alle Akteure wie Staat und Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft sowie private Haushalte und gesellschaftliche Verbände ihren spezifischen Beitrag leisten müssten, so der Gemeinderat.

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