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Toxische Schadstoffe: Weitere Klage gegen Bayer-Tochter Monsanto

Toxische Schadstoffe : Weitere Klage gegen Bayer-Tochter Monsanto

Der Landkreis Los Angeles verlangt Schadenersatz wegen der Verseuchung von Gewässern durch die Chemikalie PCB. Neu sind die Vorwürfe allerdings nicht.

Für der Bayer-Aktie ging es am Freitag ein weiteres Mal nach unten. Rund 2,5 Prozent verlor das Papier bis zum Abend auf 52,91 Euro. Das ist der tiefste Stand seit knapp sieben Jahren. Grund ist eine weitere Klage gegen den von Bayer übernommenen US-Konzern Monsanto.

Der Landkreis Los Angeles hatte beim zuständigen kalifornischen Bundesbezirksgericht Klage wegen angeblich vor Jahrzehnten schon verursachter Umweltschäden eingereicht. Die von Monsanto produzierte Chemikalie PCB soll Gewässer verseucht haben. Das Unternehmen müsse sich an den Kosten für die Säuberung beteiligen und Strafschadenersatz zahlen, so der Kläger.

Monsanto soll jahrzehntelang verheerende Folgen der toxischen Schadstoffe für Natur und Lebewesen verschwiegen haben. Das Unternehmen sei von 1935 bis 1977 der einzige Hersteller von Polychlorierten Biphenylen (PCB) in den USA gewesen. 1979 wurde die Chemikalie dort verboten. Verwendet wurde sie etwa in Transformatoren, elektrischen Kondensatoren, in Hydraulikanlagen sowie als Weichmacher in Lacken oder Dichtungsmassen.

Bayer will Klage prüfen

Neu sind die Vorwürfe nicht. Bayer weist bereits in seinem Geschäftsbericht für 2018 auf „Klageverfahren von verschiedenen staatlichen Stellen in den USA“, hin. Die Kläger argumentierten dabei, es sei gleichgültig, wie die PCBs in die Gewässer gelangt seien. Darüber hinaus sei Monsanto „mit einer Vielzahl von Klagen wegen des Gebrauchs von und der Exposition gegenüber PCB Produkten konfrontiert“, heißt es im Geschäftsbericht weiter. Hier machten die Kläger Gesundheits- und Vermögensschäden geltend.

Bayer teilte am Freitag auf Nachfrage dieser Zeitung mit, die Klage noch zu prüfen. Monsanto habe vor mehr als 40 Jahren freiwillig die Produktion von PCB eingestellt. Davor sei der Verkauf an zahlreiche Industrie- und Fertigungskunden sowie an die US-Regierung erfolgt, die sie zu verschiedenen Zwecken einsetzten. Bayer ist davon überzeugt, dass die Klage unbegründet ist. Der Konzern werde sich entschieden verteidigen.

Gegen Bayers Tochter Monsanto, die der Konzern vergangenes Jahr für rund 63 Milliarden Dollar gekauft hatte, laufen bereits zahlreiche US-Klagen. 13 400 Kläger führen ihre Krebserkrankung auf Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat zurück. In drei erstinstanzlichen Verfahren hat Bayer empfindliche Niederlagen einstecken müssen. Der Konzern hat bereits Rechtsmittel eingelegt beziehungsweise angekündigt, Rechtsmittel einzulegen.