Konjunktur: Handwerk in der Region steht blendend da

Konjunktur : Handwerk in der Region steht blendend da

55 Prozent der Betriebe berichten über eine gute Geschäftslage. Zufrieden sind 36 Prozent, und über eine schlechte Geschäftslage klagen nur neun Prozent.

Im Handwerk der Region mit seinen gut 34.000 Betrieben ist die Lage so gut wie nie. Die aktuelle Konjunkturumfrage habe zum besten Ergebnis geführt, über das die Handwerkskammer je berichten konnte, so Hauptgeschäftsführer Ortwin Weltrich.

55 Prozent der befragten Firmen nennen ihre Lage gut. Zufrieden sind 36 Prozent, und über eine schlechte Geschäftslage klagen nur neun Prozent. Die Stimmung im Bau- und Ausbaugewerbe ist besonders gut. Hier nennen jeweils über 60 Prozent ihre Lage gut. Bei Gerüstbauern gibt es ebenso eine hundertprozentige Zufriedenheit wie im Glaserhandwerk.

Bau- und Ausbaugewerbe profitieren nicht nur von der guten Binnenkonjunktur, die bei allen Handwerkern die Kassen klingeln lässt. Angesichts von Minizinsen für Guthaben investieren Hausbesitzer gerne in die eigenen vier Wände, etwa in die energetische Sanierung, so Weltrich. In anderen Bereichen des Handwerks hat sich die Lage deutlich verbessert. Im Kraftfahrzeuggewerbe, das lange weniger zufrieden war, berichten jetzt 47,2 Prozent der Betriebe über eine gute Lage. Bei Bäckern und Fleischern ist die Lage zwar besser als vor einem Jahr, aber nicht so gut wie im Frühjahr. Vor allem bei Bäckern gehen im Sommer die Umsätze traditionell zurück, was auf die Stimmung drückt.

Für das Gesamtjahr rechnet Weltrich mit einem Umsatzplus von drei Prozent für das Handwerk in der Region. Im Frühjahr war er noch von einem Plus von „gut zwei“ Prozent ausgegangen.

Zu deutlich steigenden Preisen führt die gute Lage der Branche dabei nicht unbedingt. 21,6 Prozent der Betriebe berichten von steigenden Preisen.. Das sind etwas weniger als vor einem Jahr.

Die Handwerker in der Region schauen auch optimistisch auf die nächsten Monate.Der Auftragsbestand steigt. Das Bauhandwerk hat Orders, die neun Wochen für Beschäftigung sorgen. Normal seien drei Wochen, so Weltrich. Trotz der Hochkonjunktur erwarten 26,7 Prozent sogar noch bessere Geschäfte in den nächsten sechs Monaten, 66,3 Prozent gleich bleibende. Etwas gestiegen ist auch die Neigung zu Investitionen und es habe auch mehr Betriebe Personal aufgestockt als vor einem Jahr.

Regionale Unterschiede gibt es kaum. Nur in Bonn sind die Lagebeurteilungen spürbar schlechter. Zwar nennen hier 57,5 Prozent der Firmen die Lage gut, aber auch 20 Prozent schlecht. Niedrige Grenzen für freihändige Auftragsvergabe oder beschränkte Ausschreibungen sind laut Weltrich ein Grund dafür. Außerdem beklagt er Verkehrsengpässe und schlechtes Baustellenmanagement sowie verschärfte Anforderungen für die Entsorgung von Styropr-Dämmstoffen.

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