Kommentar zum Eurowings-Streik: Kehrseite der Billigflüge

Kommentar zum Eurowings-Streik : Kehrseite der Billigflüge

Wer sicher sein will, dass sein Flug tatsächlich stattfindet, könnte demnächst auf Billigflieger verzichten. Der Imageschaden durch Streiks ist bei den Fluggesellschaften groß.

Keine Frage: Die Arbeitsbedingungen für Flugbegleiter haben sich in den vergangenen Jahren massiv verschlechtert. Mehr Arbeit und weniger Geld – das sorgt verständlicherweise für Ärger bei den Beschäftigten. Der wachsende Kostendruck ist die Kehrseite der Billigflüge, die Auslandsreisen heute oft billiger machen als eine Ferienwoche an der Nordsee.

Doch die Uhr lässt sich nicht zurückdrehen. Ausländische Konkurrenten wie Ryanair fliegen seit Jahren erfolgreich zu Billigpreisen – und Billiglöhnen. Sie stehen in knallhartem Wettbewerb zur Lufthansa-Tochter Eurowings und anderen deutschen Airlines wie Air Berlin oder Tuifly.

Gewerkschaften wie die Flugbegleiter-Vertretung Ufo sollten sich daher gut überlegen, ob sie ihren Mitgliedern mit übertrieben häufigen Streiks mehr schaden als nutzen. Erst die rechtlich bedenklichen Krankmeldungs-„Streiks“ bei Tuifly, jetzt Eurowings – für Reisende wird eine Buchung bei deutschen Billigfliegern mittlerweile zum Vabanquespiel. Wer sicher sein will, dass seine Maschine auch wirklich abhebt, könnte demnächst bei der Konkurrenz buchen.

Der Imageschaden für Eurowings durch den angekündigten Streik dürfte heute deutlich größer sein als der Gewinn des Arbeitskampfes – der sich übrigens um die Beschäftigungsbedingungen von gerade einmal rund 400 Eurowings-Flugbegleitern dreht.

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