"Midissage" im Beethoven-Haus

"Über Widmungen hat Beethoven sozusagen seine Karriere gestartet." So brachte Manfred Harnischfeger, kommissarischer Direktor des Beethoven-Hauses, die gegenwärtig in der Bonngasse gezeigte Sonderausstellung "Beethovens Widmungen" bei seiner Begrüßung zu deren "Midissage" gleichsam auf den Punkt.

Flankiert von den durch die beiden Bonner Musiker Sebastian Casleanu (Violine) und Felix Wahl (Klavier) glänzend realisierten Violin-Sonaten D-Dur aus Op. 12 und c-Moll aus Op. 30, referierte Bernhard R. Appel zum Thema: "Beethovens Widmungen als biografische und kulturgeschichtliche Zeugnisse".

Jene "Widmungen", so Appel, ließen als "rezeptionsgeschichtliche Marker" eine von Beethoven wohl kalkulierte "Passgenauigkeit" zwischen Werk und Widmungsträger erkennen: So beispielsweise sind (außer der achten) alle Sinfonien Vertretern des Hochadels als den maßgeblichen Mäzenen dediziert.

Einem Kollegen, dem früheren Lehrer Antonio Salieri, ist Beethovens erste Violin-Sonate gewidmet. In einer superb ausgewogenen Mischung aus Ratio und Emotio wird hier musiziert, ein sensibler, dichter Dialog geführt zwischen Violine und Klavier mit resolutem Ausdruck im Kopfsatz, delikatem Aushorchen des Variationensatzes und einem Mozart verpflichteten Schweben im Allegro des finalen Rondo.

Dem russischen Zaren Alexander I. ist Beethovens siebte, die c-Moll-Sonate gewidmet, für die es erst später, zum Wiener Kongress, pekuniär reichhaltige Anerkennung gab. Auch hier führen Casleanu und Wahl innige Zwiesprache, setzten klug pointierte Akzente und realisieren das Werk - nicht ohne jugendlichen Charme - mit vitaler Souveränität.

Der Begeisterung des Publikums folgend, wurde das quicklebendige Scherzo als Zugabe wiederholt.